Gemüse-Saftfasten ermöglicht Entschlackung und Regeneration

Du sehnst dich nach Entschlackung, nach Entgiftung, nach Entschleunigung und hast Lust auf ein höheres Level an Gesundheit? Dann ist eine Gemüse-Saftfasten-Woche jetzt genau das richtige!

Was darfst du dir von einer Gemüse-Saftfasten-Woche versprechen?

In unserem Artikel „Fasten – der Resetknopf für Körper und Seele“ haben wir bereits die Vorteile des Fastens und verschiedenen Fastenformen vorgestellt. Im Vergleich zum reinen Wasserfasten ist das Fasten mit frisch gepressten Säften für den Fastenden milder und dennoch sehr wirkungsvoll.

Pioniere dieser Fastenform sind unter anderem Norman Walker und Dr. Max Gerson. Aktuelle überzeugte Vertreter sind Dr. Brian Clement und Dr. John Switzer. Beide haben frisch gepresste Säfte als wesentlichen Baustein in ihr Therapiekonzept integriert.

Das Gemüse-Saftfasten – Vorteile:

Frisch gepresste Gemüsesäfte können Nährstoffversorgung und Entgiftung ideal vereinen:

  • Nährstoffversorgung: Zum einen werden dem Körper durch den Verzehr von frisch gepressten Gemüsesäften reichlich wichtige Nähr- und Vitalstoffe zur Verfügung gestellt.
  • Entgiftung: Zum anderen wird der Körper entlastet und gleichzeitig zur Entgiftung angeregt, um das Immunsystem und damit die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken. Wesentlich ist die Entlastung der Ausscheidungsorgane und die gründliche Reinigung und Regeneration von Leber und Darm.

Zusätzlich ermöglichen sie die üblichen Vorteile einer Fastenkur:

  • Neue Geschmackserlebnisse mit leckeren frisch gepressten Gemüsesäften
  • Frische, Klarheit und mehr Leichtigkeit
  • Einen achtsameren Umgang mit dir selbst und mit deinen Essgewohnheiten
  • Lust auf eine Ernährungsumstellung
  • Eine Entrümpelung in dir und im Haus (meistens bekommt man gleichzeitig Lust zu putzen und Schubladen auszusortieren)
  • Freude, Stolz und Tatendrang
  • Loslassen von lästigen Gewohnheiten

GEMÜSE-SAFTFASTEN-ANLEITUNG

  • Wie motivierst du dich?
  • Wie bereitest du dich vor?
  • Wie stehst du die Fastentage erfolgreich durch?
  • Was passiert in deinem Körper?
  • So gestaltest du deine Saftfasten-Woche
  • Wie geht es dir danach?

WICHTIGE TIPPS

  • Sei nicht zu streng mit dir!
  • Rohkost-Fasten
  • Salutogenese

Gemüse-Saftfasten-Anleitung

Wie motivierst du dich?

  • Freue dich auf eine außergewöhnliche Woche.
  • Habe das Ziel vor Augen, wie du leicht und selbsbewusst in den Frühling startest.
  • Visualisiere, wie du dich nach der Detox-Woche fühlst.

Wie bereitest du dich vor?

  • Wähle eine Woche ohne allzu viel Hektik.
  • Stelle dich bereits ein paar Tage davor darauf ein.
  • Besorge alles, was du die ersten Tage brauchst.

Wie stehst du die Fastentage erfolgreich durch?

  • Gönne dir viel Ruhe.
  • Gehe viel in die Natur.
  • Wenn es dir nicht so gut geht, versuche dich zurückzunehmen und zu beobachten.
  • Trinke in den ersten 3 Tagen zusätzlich Kokoswasser oder einen Saft mehr, bis sich dein Körper an den Fastenmodus gewöhnt hat.
  • Räume auch die Wohnung auf, entsorge alte Dinge  –  das ordnet und befreit zusätzlich.
  • Richte denen Fokus auf Heilung und Regeneration.
  • Unterstütze deinen Körper mit einer Bürstenmassage vor dem Duschen.
  • Genieße warme Basenbäder.

Was passiert in deinem Körper?

Während des Fastens wird das Verdauungssystem enorm entlastet. Stelle dir vor, wie der Darm und die inneren Organe nun Zeit für Aufräum- und Regenerationsarbeiten haben.

Dabei ist es wichtig, viel zu trinken, dass die Abfallstoffe auch abtransportiert werden können.

Die große Herausforderung sind meistens die ersten 2 – 3 Tage. Diese “Heilkrise“ verläuft bei jedem etwas anders. Vielleicht fühlst du dich etwas antriebslos, frierst und bekommst Kopfweh. Auch kann es zu Augenringen, Mundgeruch oder Zungenbelag kommen. Das sind alles Zeichen, dass der Körper Toxine ausscheidet. Hier helfen Einläufe, sie entlasten und vermeiden eine Rückvergiftung durch Nahrungsreste im Darm.

Sehr unterstützend für das Lymphsystem und die Ausleitung von Säuren sind Bürstenmassagen und Basenbäder!

 

frisch gepresste Säfte

So gestaltest du deine Saftfasten-Woche:

Mache dir einen genauen Plan, an welchem du dich auch in schwierigen Momenten orientieren kannst. Sinnvoll ist es, die Fastentage an einem Wochendende zu starten, so kannst du dich die ersten beiden Tage in Ruhe um dich kümmern.

Unser Vorschlag:

  • 3 Entlastungstage
  • 5 -7 Fastentage
  • 2 Aufbautage

Entlastungstage

Bereits 3 Tage vor dem eigentlichen Fasten solltest du auf Zucker, Fleisch, Milchprodukte, Gluten, Alkohol und Kaffee verzichten und leichte Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse essen, um den den Körper sanft auf den Fastenstoffwechsel vorzubereiten.

Am letzten Abend vor Fastenbeginn wird nichts mehr gegessen und schließlich die Darmentleerung eingeleitet. Diese erfolgt idealerweise durch die Cassia fistula, auch indischer Blauregen genannt. Ihre Früchte, bis zu 30 cm lange braune Schoten, haben abführende und entgiftende Eigenschaften. Für eine Darmentleerung wird abends eine Tischtennisball große Menge an zusammengeklebten Blättchen in Wasser eingeweicht, durch ein Sieb gestrichen und abends vor dem Schlafengehen getrunken. Alternativ ist auch eine Ausleitung mit Bittersalz möglich.

Fastentage

Für das eigentliche Fasten sind 7 Tage sehr ideal. Tag 1 – 3 ist die Zeit der Umstellung, welche meist mit einer kleinen Krise einhergeht, Tag 4 – 5 gehen schon leichter und an den Tagen 6 – 7 fühlt man sich meistens sehr gut, sieht und spürt Resultate und ist voller Euphorie.

Fastengetränke:

Wasser, Ingwerwasser, Zitronenwasser, frisch gepresste Gemüse- und Fruchtsäfte, Kokoswasser, Basen- und Fastentee, Gemüsebrühe.

Merke: Frisch gepressete Fruchtsäfte wirken reinigend, frisch gepresste Gemüsesäfte bauen auf!

Tagesablauf:

  • Morgens: 1/2 Liter Zitronenwasser
  • Über den Tag verteilt: 1 l bis 1 1/2 Liter Gemüse-/Fruchtsäfte (mit hohem Grünanteil), frisches Wasser einer jungen Kokosnuss, Wasser nach Bedarf
    Anregungen für frische Säfte hole dir  HIER
  • Abends: Warme Gemüsebrühe, zubereitet aus gemischtem Gemüse eine Stunde in Wasser gekocht. Wenn du nicht streng vegan lebst, ist auch eine Knochenbrühe sehr nährend. Sie ist sehr mineralstoffreich und enthält Kollagen, ein Strukturprotein, welches das Bindegewebe unterstützt.
  • Mache alle zwei Tage einen Einlauf, damit sich der Darm wirklich reinigen kann.

Wenn es dir sehr gut geht, kannst du natürlich noch 1, 2, 3, 4, 5, … Safttage anhängen.

Aufbautage

Um von allen positiven Aspekten des Fastens zu profitieren, ist es von großer Bedeutung, das FASTENBRECHEN sehr bewusst und bedacht zu gestalten. Es wäre zu schade jetzt gravierende Fehler zu machen. Wir können uns das so vorstellen, als ob das Verdauungssystem jetzt in einem „jungfreulichen“ Zustand wäre. Es sollte jetzt sanft mit der ersten Nahrung konfrontiert werden.

Ganz klassisch wird das Fasten mit einem Apfel gebrochen. Es können auch andere Lebensmittel ausgewählt werden, wichtig ist es, sehr gründlich zu kauen. Nach dem Fasten sind die Geschmacksnerven äußerst sensibel, außerdem tritt viel schneller eine Sättigung ein, da der Magen sich während des Fastens zusammengezogen hat. Das ist auch eine große Chance, die Geschmacksvielfalt neu zu entdecken, sich ein bewussteres und achtsameres Essverhalten anzugewöhnen. Vieles eher Ungesunde schmeckt vielleicht gar nicht mehr und idealerweise werden frische natürliche Lebensmittel neu entdeckt.

Unser Vorschlag:

Ingwerwasser

Wie geht es dir danach?

  • Bist du stolz, dass du es geschafft hast?
  • Freust du dich über mehr Achtsamkeit im Alltag?
  • Bist du fokusierter?
  • Hast du einen sensilbleren Geschmack und einen bewussteren Umgang mit dem Essen?
  • Hast du Lust deine Ernährung umzustellen?
  • Fühlst du dich leichter und richtig wohl in meinem Körper?

Abschließende Tipps

Sei nicht zu streng mit dir!

  • Mache lieber ein paar Abstriche, ehe du dich nicht überwinden kannst oder deine Detox-Woche abbrichst.
  • Selbstverständlich kannst du deine Detox-Woche nach deinen Wünschen gestalten. Gestalte es für dich passend!
  • Mache dir bereits während dem Fasten Gedanken, wie du dich hinterher ernähren möchtest um Jojo-Effekte zu vermeiden.
  • Genieße deinen Erfolg und gehe achtsam in die nächste Woche!

 

Rohkost-Fasten

Rohkost-Fasten

Dir ist eine Gemüse-Saftfasten-Woche zu extrem? Dann könnte das Rohkost-Fasten genau das Richtige für dich sein.

Das Rohkost-Fasten, vielleicht sogar kombiniert mir dem Intermittierenden Fasten, entschlackt und entgiftet den Körper auf sanfte Weise. Anders als beim herkömmlichen Fasten darf beim Rohkost-Fasten Obst und Gemüse im Ganzen ohne Fette (ohne Oliven, Nüsse, Avocados, Öle) und auch als Säfte oder Smoothies verzehrt werden. Somit erhält der Körper reichlich Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Ballaststoffe und kann sich gleichzeitig auf langsame Weise reinigen. Fette wirken säurebildend und stören den Reinigungsprozess, denn sie würden aus dem Fettgewebe mobilisierte Gift- und Abfallstoffe wieder binden.

Auch diese Art des Fastens wirkt wie ein Reset-Knopf für Körper und Seele. Schon bald beginnt man Gerüche und Geschmäcker wieder intensiver wahrzunehmen, die Verdauung wird aktiviert, man gewinnt eine achtsamere Haltung dem Essen gegenüber und bekommt vielleicht Lust auf eine anschließende Ernährungsverbesserung.

Salutogenese

Während sich die Medizin in erster Linie mit der Entstehung und Heilung von Krankheiten (Pathogenese) beschäftigt, steht für die Salutogenese der präventive Gedanke und folgende Frage im Vordergrund:

Wie können wir leben, damit es erst gar nicht zu Krankheit kommt?

Mittlerweile hat sich das Fasten zu einer tragende Säule in der Gesundheitsprävention entwickelt. Wer sich für eine Fastenwoche entscheidet, kann die Selbstregulation des Körpers mobilisieren und selbst aktiv und vorbeugend für sein Wohlbefinden sorgen.

 

Hole dir zusätzlich Anregungen in folgenden Artikeln

 

 

Ulrike Eder (Autorin)

Ulrike ist Heilpraktikerin (psych.), Ernährungsberaterin, Hippocrates Lifestyle Medicine Coach und Phytotherapeutin. Zusammen mit ihrem Mann Jürgen leitet sie die Ernährungsberater-Fernausbildung der Deine Ernährung Akademie.

Wenn du ein tieferes Verständnis über die gesundheitliche Wirkung einer natürlichen Ernährungsweise erlangen möchtest – dann informiere dich bei uns!

Ernährungsberaterausbildung roh-vegan

Ulrike
Für die meisten hört sich „Rohkost“ nach einer gravierenden Veränderung oder extremen Lebensform an. Ich verbinde damit vielmehr einen modernen Lifestyle und lasse mich von der Kreativität der Rohkostküche inspirieren.

Kommentare

11 Kommentare

  1. Carsten

    Hallo Ulrike,
    kleine Anmerkung: meiner Erfahrung nach reicht von der Cassia fistula eine Tischtennisball große Kugel. Die Größe eines Tennisballes finde ich etwas viel…
    Ist es ein Schreibfehler oder meint ihr das wirklich so?
    Liebe Grüße,
    Carsten

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Oh jemine, da habe ich mich verschrieben. Vielen Dank für deinen HInweis ♡ LG Ulrike

      Antworten
    • Monika

      Liebe Ulrike,

      Ich bin frisch schwanger. Ist es okay, Saftfasten zum Entschlacken durchzuführen oder belastet es zu sehr das Embryo? Ich weiß nur, dass man zu dieser Zeit keine Ausleitungen u.Ä. durchführen sollte. Vielen Dank für deine Unterstützung!

      Herzliche Grüße
      Monika

      Antworten
      • Ulrike Eder

        Liebe Monika,
        ich empfehle in dieser sensiblen Phase auch vorsichtig mit dem Saftfasten zu sein. Dadurch wird einen Entgiftung angestoßen, die sich auch nachteilig auf das Embryo auswirken könnte.
        Liebe Grüße
        Ulrike

        Antworten
        • Monika

          Lieben Dank, Ulrike!
          M.

          Antworten
  2. Bella

    Vielen Dank für diesen äußerst informativen Beitrag. Ich lege zwar immer mal wieder ein oder zwei Fastentage ein, ich habe jedoch noch nie eine woche gefastet. Mit dieser Anleitung werde ich es in den nächsten Wochen gleich einmal ausprobieren.
    Zur Zeit trinke ich an meinen Fastentagen gleich in der Früh Wasser mit Gerstengras und Flohsamenschalen. Über den Tag verteilt trinke ich viel Kräutertee und ab und zu einen einen Smoothie.
    Alles Liebe,
    Bella

    Antworten
  3. Claudia

    Guten Tag
    Wenn man keinen Entsafter hat, was wird dann empfohlen? Smoothies auch ok oder dann doch lieber gekaufte Säfte?
    Besten Dank

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Liebe Claudia,

      Zitrusfrüchte könntest du auspressen, und grüne Säfte könntest du gewinnen, indem du die Zutaten im Mixer zu Smoothie verarbeitest und dann durch einen Nussbeutel presst, dann bleiben die Pflanzenfasern zurück.

      Gekaufte Säfe sind pasteurisiert, die solltest du nicht verwenden.

      LG Ulrike

      Antworten
  4. Ursula Jenny

    Liebe Ulrike

    Zum Thema Aufbau, muss man den nicht langsam machen und mit kleine Portionen beginnen? Es steht 2 Tage Aufbau – ist das nicht zu wenig?
    Danke für deine Antwort.
    Liebe Grüsse Ursula

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Liebe Ursula,
      es gibt dazu die Faustregel 3:1, was bedeutet, dass man je 3 Tagen Fasten 1 Aufbautag praktizieren sollte. Es liegt also ganz an der Dauer des Fastens. Und natürlich hat dein Gefühl für dich die oberste Priorität und du tust deinem Körper natürlich viel Gutes, wenn du sehr sensibel wieder in die Ernährung einsteigst und dabei so lange wie möglich bleibst.
      Liebe Grüße
      Ulrike

      Antworten

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