Intermittierendes Fasten die beste Gesundheitsvorsorge?

von | Wissen | 2 Kommentare

Intermittierendes Fasten bedeutet unterbrochenes Fasten
und ist eine Ernährungsweise, bei der in einem bestimmten Rhythmus zwischen Nahrungsaufnahme und Fasten gewechselt wird.

 

Was ist das nun schon wieder für ein Trend? Hört sich im ersten Moment sehr zwanghaft und kein bisschen alltagstauglich an.

Erst wenn wir darüber nachdenken, dass es ein stetig verfügbares Überangebot an Nahrung evolutionsgeschichtlich betrachtet so eigenlich noch nie gab, müssen wir uns eingestehen, dass genau dieser Zustand der heutigen Gesellschaft ungewöhnlich ist und darüber hinaus noch sehr viele Probleme bereitet wie beispielsweise Zivilisationskrankheiten, Übergewicht, Essstörungen, und vieles mehr …

Früher hat der Mensch zwangsläufig im Wechsel von Essens- und Fastenphasen gelebt. Es gab Zeiten, in denen es viel zu essen gab, weil ein großes Tier erlegt wurde oder weil gerade viele Früchte reif waren, aber auch Phasen, in welchen über mehrere Stunden, Tage oder gar Wochen nichts zu essen zu finden war oder die Ernten dürftig ausfielen. Die Methode des intermittierenden Fastens ist sozusagen viele viele Jahre erprobt und ermöglicht uns, dem ursprünglichen Ernährungsrhythmus wieder näher zu kommen.

Und neuerdings gibt es sogar ettliche wissenschaftliche Studien, die aufzeigen, dass das intermittierende Fasten viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Am besten man probiert es selbst aus. 

 

 

Wie funktioniert intermittierendes Fasten?

Das intermittierende Fasten bietet eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Grundsätzlich können wir 2 Varianten unterscheiden:

Ein Fastentag pro Woche

Diese Intervallfasten-Methode sieht einen Fastentag pro Woche vor. Das heißt also, dass einmal pro Woche über 24 Stunden gefastet wird. Brian Clement, Leiter des Hippocrates Instituts in Florida, ist der Überzeugung, dass nur ein einziger Fastentag pro Woche ertaunliche Effekte mit sich bringt. Das ergibt 50 Fastentage im Jahr und ermöglicht dem Körper 50 Tage Entlastung und Zeit für Engiftung und Regereration.

Tägliche Fastenperioden

Tägliche Fastenperioden bieten die Möglichkeit den Essrhythmus individuell dem Alltag anzupassen. Jeder, der das Intermittierende Fasten für sich umsetzen möchte, findet ein ein Zeitfenster, das zu seinen Essgewohnheiten passt.

Relativ gut in den Alltag zu integrieren ist der Fasten-Essen-Intervall 16/8. Hier wird spät gefrühstückt und früh zu Abend geessen – in einem Zeitfenster von 11 bis 17 Uhr. Oder, wer gerne abends isst, kann das Frühstück ausfallen lassen, mit dem Mittag um 12 oder 13 Uhr starten und dafür um 20 Uhr eine Abendmahlzeit einnehmen – Zeitfenster 12 bis 20 Uhr.

Nachfolgende Übersicht zeigt weitere Möglichkeiten auf:

 

Gesundheitliche Vorteile des intermittierenden Fastens

Intervallfasten: Gesund abnehmen ohne Diät – das sind die Schlagzeilen, welche im Moment überall zu lesen sind. Wir zeigen dir hier noch viele weitere sehr wertvolle Vorteile auf:

  • Längere Phasen ohne Nahrungszufuhr ermöglichen dem Körper, wichtige körpereigene Reparaturmechanismen zu aktivieren. In einer 16-stündigen Fastenphase hat der Körper ausreichend Zeit alle Verdauungsvorgänge abzuschließen, sich zu regenerieren und zu reinigen. Diese Möglichkeit hat er nicht, wenn er ständig mit Verdauungstätigkeiten beschäftigt ist. Nach 10–12 Stunden ohne Essenszufuhr beginnt der Körper dann auch verbrauchte und kranke Zellen, Abbauprodukte von Entzündungen und andere abgelagerte Stoffe zu verwerten. Dieser Zellrecycling-Prozess wird AUTOPHAGIE bezeichnet.
  • Der Körper hat Zeit genügend Magensäure zu bilden und ist dann optimal auf die nächste Mahlzeit vorbereitet.
  • Wir erleben wirklichen Hunger, sensibilisieren unser Geschmacksempfinden und werden leistungsfähiger.
  • Das intermittierende Fasten führt zu verminderten Blutzucker- und Insulinwerten und wirkt somit chronischen Entzündungen entgegen. Insulin gilt als entzündungsfördernd  und in Anbetracht dessen, dass die Wissenschaft heute davon ausgeht, dass nahezu allen Krankheiten chronische Entzündungen zugrunde liegen, bewirkten lange Essenspausen einen großen Vorteil für unsere Gesundheit.
  • Insulin ist auch ein Gegensieler des Wachstumshormons HGH. Je weniger Insulin im Umlauf ist, desto aktiver wird die Wachstumshormonbildung. Diese Hormone fördern den Muskelaufbau, regulieren den Körperfettgehalt, tragen zur Knochengesundheit bei und verlangsamen Alterungsprozesse. HGH ist auch ein Schlankmacher, weil das Hormon die Fettzellen öffnet und Fett zur Energieverbrennung frei gibt.

Schon mal was gehört von Salutogenese?

Während sich die Medizin in erster Linie mit der Entstehung und Heilung von Krankheiten (Pathogenese) beschäftigt, steht für die Salutogenese die folgende Frage im Vordergrund:

Wie können Menschen gesund leben, dass es erst gar nicht zu Krankheit kommt?

An dieser Stelle wollen wir auch auf die 1833 in Amerika entstandene Gesundheitsbewegung „Natural Hygiene“ verweisen, dessen wesentlichen Prinzipien von Harvey und Marilyn Diamond in dem Buch „Fit for Life“ aufgegriffen wurden, unter anderem  die Berücksichtigung der natürlichen Körperprinzipien für die Auswahl der Essenszeiten

  • 4:00 – 12:00 Uhr Ausscheidungsphase, die der Entgiftung dient
  • 12:00 – 20:00 Uhr Aufnahmephase, Essenszeit
  • 20:00 – 4:00 Uhr Verwertungsphase

Intermittierendes Fasten ist ein wunderbares Puzzleteil, um die Selbstregulation und die Selbstheilungsfähigkeit des Körpers zu unterstützen und hilft uns auch dabei, einen bejahenden und vertrauensvollen Umgang mit uns selbst zu finden.

Klingt das nicht motivierend?

 

 

Und wie – nichts wie loslegen!

Das intermittierende Fasten lässt sich sehr gut an deine Lebensgewohnheiten im Alltag anpassen und du kannst mit wenig Aufwand ganz viel für deine Gesundheit machen.

Probiere anfangs einfach verschiedene Möglichkeiten aus und nutze die Flexibilität dieses wundervollen Werkzeugs.

Hast du bereits Erfahrungen mit dem intermittierenden Fasten?

Wenn ja, dann teile gerne deine Erfahrungen in den Kommentaren mit anderen Lesern ♡

Oder machst du lieber einmal im Jahr eine Fastenwoche?

 

Wenn du ein tieferes Verständnis über die gesundheitliche Wirkung einer natürlichen Ernährungsweise erlangen möchtest – dann informiere dich bei uns!

Studien:

  • Flipping the Metabolic Switch: Understanding and Applying the Health Benefits of Fasting. 2018
  • Inflammatory marker YKL-40 levels in intrahepatic cholestasis of pregnancy. 2019
  • Weight-Loss Outcomes: A Systematic Review and Meta-Analysis of Intermittent Energy Restriction Trials Lasting a Minimum of 6 Months. 2016

Ulrike
Für die meisten hört sich „Rohkost“ nach einer gravierenden Veränderung oder extremen Lebensform an. Ich verbinde damit vielmehr einen modernen Lifestyle und lasse mich von der Kreativität der Rohkostküche inspirieren.

Kommentare

2 Kommentare

  1. Brigitte

    Diese neue „Errungenschaft“ des intermittierenden Fastens ist für mich eine Erlösung. Mein ganzes Leben (bin 66 J.) bin ich schon ein „Frühstücksmuffel“ . .. Und jeder um mich herum hat mir erklärt, wie wichtig gerade das Frühstück sei. Unzählige Versuche habe ich unternommen (auch auf Drängen einer Ernährungsberaterin) etwas zu finden, das ich morgens zu mir nehmen kann. Inzwischen ist mein Sprachgebrauch nicht mehr „Ich bin ein Frühstücksmuffel“ sondern „Ich mache Intervall-Fasten“ und endlich akzeptiert meine Umwelt meinen persönlichen Rhythmus und findet es auch noch gut. Und ich bin völlig entspannt und ohne schlechtes Gewissen und nehme erst dann etwas zu mir, wenn ich Hunger bekomme und das ist selten vor 11.30 Uhr.
    Ich lehne inzwischen für mich jegliche Ernährungs-„Empfehlung“ ab, versuche auf meinen Körper zu hören und bin gespannt wohin mich diese Reise führt.

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Liebe Brigitte, danke für dein Feedback 🙂 da bist du genau richtig bei „Deine Ernährung“ – sei dein eigener Experte , LG Ulrike

      Antworten

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