Fasten – der Reset-Knopf für Körper und Seele

von | Wissen | 0 Kommentare

Fasten ist keine Modeerscheinung

Wer die Auffassung vertritt, dass Fasten etwas Unnatürliches und zu Extremes für seinen Körper wäre, ist mit diesem Artikel eingeladen sich eines Besseren zu belehren. Denn ziemlich sicher hat der frühe Mensch schon schon immer im Wechsel von Essens- und Fastenphasen gelebt. Dürftige Ernten brachten es immer wieder einmal mit sich, dass die Menschen sich ihr Essen einteilen mussten und mit Hunger konfrontiert waren.

Unser Körper hat es quasi in den Genen – und gerade umgekehrt wie von uns angenommen, ist ein stetig verfügbares Überangebot an Nahrungsmitteln für uns Menschen entwicklungsgeschichtlich eine völlig ungewohnte Situation, die vielfach sogar deutliche Probleme verursacht.

Und auch in den meisten Kulturen hat das Fasten eine lange Tradition. Alle großen Religionen nutzen die Fastenzeiten zu inneren Einkehr und geistiger Besinnung.

 

 

Fasten ist mehr als nichts Essen

Tatsächlich erlebt das Fasten heutzutage einen neuen Aufschwung. Viele nutzen eine Fastenkur im Frühling, um überflüssige Pfunde los zu werden, um zu entschlacken und vital in die warme Jahreszeit zu starten. Auch Wissenschaftler haben sich der Thematik des Fastens angenommen und belegen mit einer Vielzahl an Studien positive Aspekte auf körperlicher sowie psychischer Ebene.

Ein freiwilliger Verzicht auf Nahrungsmittel bietet unserem Körper so viel mehr als Hungergefühle und purzelnde Pfunde. Wir gönnen unserem Verdauungssystem eine Erholungspause und die Möglichkeit der Reinigung und der Regeneration. Für die Darmschleimhaut ist diese Auszeit ein Segen, denn sie kann sich endlich einmal um sich selbst kümmern.

Darüber hinaus beginnt unser Körper auf die körpereigenen Reserven zur Energie- und Nährstoffversorgung zurückzugreifen und auch im gesamten Organismus verbrauchte und kranke Zellen, Abbauprodukte von Entzündungen und andere abgelagerte Stoffe zu verwerten. Dieser Zellrecycling-Prozess wird AUTOPHAGIE bezeichnet.

Von unseren körpereigenen Reserven werden zuerst die Kohlenhydratspeicher geleert und schon bald greift unser Organismus  auf das gespeicherte Fett zurück, Proteinabbau findet dagegen nur moderat statt.

Fasten – Methoden

Fasten kann in unterschiedlichsten Varianten praktiziert werden:

  • Wasserfasten – alleinige Aufnahme von reinem Wasser
  • Fasten nach Otto Buchinger – ungesüßter Tee, Wasser, ein frisch gepressster Gemüsesaft, eine Gemüsebrühe
  • Fasten nach Hildegard von Bingen – Gemüsebrühe mit Dinkelschrot, gedünsteter Apfel, Fencheltee, Bewegung und innere Einkehr
  • Fasten nach F.X. Mayr – Kräutertee, Gemüsebrühe und zweimal am Tag ein altbackenes Brötchen mit Milch gründlich gekaut
  • Fasten nach Brian Clement – Wasser, Gemüse- und Grassäfte
  • Intermittierendes Fasten

Grundsätzlich kann jeder, der gesund ist, eine Fastenkur selbstständig zu Hause durchführen. Wer Medikamente nimmt oder sich in ärztlicher Behandlung befindet, sollte eine Fastenabsicht mit seinem Arzt oder Heilpraktiker besprechen oder die Fastenkur begleitet in einer Gruppe durchführen.

HIER  findest du Anregungen für deine Detoxwoche ♡

 

 

Fasten – Ablauf

Ein idealer Fastenablauf besteht aus drei Phasen:

  • Den Entlastungstagen,
  • der eigentlichen Fastenphase und
  • dem Fastenbrechen

 

Entlastungstage

Gut wäre es, bereits eine Woche vor dem eigentlichen Fasten auf Zucker, Fleisch, Milchprodukte, Gluten, Alkohol und Kaffee zu verzichten und insbesondere 2 Tage vor dem Fasten leichte Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse zu essen, um den den Körper sanft auf den Fastenstoffwechsel vorzubereiten.

Am letzten Abend vor Fastenbeginn sollte nichts mehr gegessen und schließlich die Darmentleerung eingeleitet werden. Diese erfolgt idealerweise durch die Cassia fistula, auch indischer Blauregen genannt. Ihre Früchte, bis zu 30 cm lange braune Schoten, haben abführende und entgiftende Eigenschaften. Für eine Darmentleerung wird abends eine Tischtennisball große Menge an zusammengeklebten Blättchen in Wasser eingeweicht, durch ein Sieb gestrichen und abends vor dem Schlafen gehen getrunken.

Fastenphase

In den ersten 3 Tagen muss sich der Körper zunächst von der gewohnten Ernährung auf die körpereigenen Reserven als Energie- und Nährstoffquelle umstellen. Der damit einhergehende sinkende Blutzuckerspiegel und die Mobilisierung von Abbauprodukten kann mit Hungergefühlen, Energielosigkeit und Kopfweh einhergehen. Wir sprechen auch von der anfänglichen Entgiftungskrise. Dieser kann gut mit reichlichem Wassertrinken, grünen Gemüsesäften, gemäßigter Bewegung und Basenbädern begegnet werden.

Spätestens ab dem 4. Tag steigen die Lebenskräfte wieder. Der Körper gewöhnt sich allmählich an die neue Situation der Selbstversorgung und schüttet nun vermehrt Glucagon aus, um das in der Leber gespeicherte Glycogen in Glucose umzuwandeln. Da der Glykogenspeicher begrenzt ist, wird im Weiteren vermehrt Fett aus dem Fettgewebe freigesetzt.

Um den Energieverbrauch zu decken greift der Organismus nach und nach auf alle im Körper verfügbare Energiequellen zurück und verwertet dabei auch verbrauchte und kranke Zellen.

Ein weiteres Phänomen, welches die meisten Fastenden so nach 3 bis 4 Tagen erfahren, ist gute Laune, mehr Klarheit und eine spürbar bessere Konzentration. Anhaltender Hunger stimuliert Neurotransmitter und weitere Hormone, welche einen gesunden Stress auslösen, um die Aufgabe der Nahrungsbeschaffung bewältigen zu können. Ein Lebewesen, bei dem Nahrungsknappheit sofort zu Schwäche führen würde, hätte in der Natur kaum eine Chance zu überleben.

Die optimale Dauer einer  Fastenkur sollte individuell bestimmt werden. Wesentlich sind Ausgangssituation und Motivation. Bei Menschen mit geringem Ausgangsgewicht  können bereits kürzere Fastenperioden von Vorteil sein. Fastenerprobte können auch mal bis zu 21 Tage fasten. Von Vorteil  ist es, ein- bis zweimal die Woche einen Einlauf zu machen, um den Körper bei der Regeneration best möglich zu unterstützen und Rückvergiftungen zu vermeiden.

 

 

Das Fastenbrechen

Um von allen positiven Aspekten des Fastens zu profitieren, ist es von großer Bedeutung, das „Fastenbrechen“ sehr bewusst und bedacht zu gestalten. Es wäre zu schade jetzt gravierende Fehler zu machen. Wir können uns das so vorstellen, als ob das Verdauungssystem jetzt in einem „jungfreulichen“ Zustand wäre. Es sollte jetzt ganz sanft wieder mit der ersten Nahrung konfrontiert werden.

Ganz klassisch wird das Fasten mit einem Apfel gebrochen. Es können auch andere Lebensmittel ausgewählt werden, wichtig ist es, sehr gründlich zu kauen. Nach dem Fasten sind die Geschmacksnerven äußerst sensibel, außerdem tritt viel schneller eine Sättigung ein, da der Magen sich während des Fastens zusammengezogen hat. Das ist auch eine große Chance, die Geschmacksvielfalt neu zu entdecken, sich ein bewussteres und achtsameres Essverhalten anzugewöhnen. Vieles eher Ungesunde schmeckt vielleicht gar nicht mehr und idealerweise werden frische natürliche Lebensmittel neu entdeckt.

So kann das Fasten den Einstieg in ein gesünderes Essverhalten einleiten und auch ermöglichen, dem inneren Gespür näher zu kommen und Fragen zu folgen wie „Was ist mir wirklich wichtig“ oder auch „Was nährt mich wirklich?“

 

Fasten ist noch mehr …

Fasten dient der Innenschau und Reflexion.

Fasten ist eine Chance aus dem Hamsterrad auszusteigen.

Fasten macht uns frei von Dingen, die uns alltäglich in Beschlag nehmen.

Fasten unterstützt minimalistisches Denken und das Gefühl der Demut.

Fasten ist Selbsterfahrung – ja eine Chance sich selbst neu zu entdecken, Willensstärke zu erkennen und Vertrauen in seinen Körper zu entwicklen.

 

Fastenpionier Arnold Ehret

Beim Thema Fasten darf der Fastenpionier Arnold Ehret nicht unerwähnt bleiben.

Arnold Ehret, am 29. Juli 1866 in der Nähe von Freiburg geboren, war mit 30 Jahren an einer chronischen Nierenentzündung erkrankt. Nachdem er unzählige Ärzte und Therapeuten erfolglos konsultiert hatte, führte er verschiedene Experimente mit Fasten durch und konnte dadurch einen Gesundheitszustand erreichen, der alles übertraf, was er zuvor kannte.

All seine Versuche und persönlichen Erfahrungen brachten ihn schließlich zu 2 wesentlichen Grundsätzen:

1. Alle Krankheiten und Leiden kommen von wenigen Umständen abgesehen, von falscher, unnatürlicher und zu eiweißreicher Nahrung und von Überernährung.
2. Fasten ist das einzige von der Natur ohne menschliches Zutun angewendete Mittel, die Folgen der Fehl- und Überernährung wieder gut zu machen.

Arnold Ehret sieht jede Krankheit, egal mit welchem Namen sie der medizinischen Wissenschaft bekannt ist, als eine Verstopfung des gesamten Leitungssystems des menschlichen Körpers und somit als einen Versuch des Körpers Schleim und Gifte auszuscheiden.

Mit diesem Hintergrund entwickelte er die schleimfreie Heilkost. Arnold Ehret selbst erlebte seinen Heilungsweg aus einer Verbindung von einzelnen, wohlüberlegten langen oder kurzen Fastenzeiten und allmählich veränderten Mahlzeiten aus nicht schleimbildenden Nahrungsmitteln. Die schleimfreie Kost besteht aus allen Sorten Obst, stärkefreiem Gemüse und gekochtem oder rohem meist grünem Blattgemüse.

Nähere Infos über die schleimfreie Heilkost nach Arnold Ehret findest du HIER.

 

Abschließen wollen wir diesen Artikel mit einem Zitat von Hippokrates 460-377 v. Chr.:

„Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und
heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente.

Wenn du ein tieferes Verständnis über die gesundheitliche Wirkung einer natürlichen Ernährungsweise erlangen möchtest – dann informiere dich bei uns!

Ulrike
Für die meisten hört sich „Rohkost“ nach einer gravierenden Veränderung oder extremen Lebensform an. Ich verbinde damit vielmehr einen modernen Lifestyle und lasse mich von der Kreativität der Rohkostküche inspirieren.

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