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Sprossen selber ziehen eröffnet ungeahnte Möglichkeiten

von Wissen0 Kommentare

Achtung aufgepasst! Das Thema „Sprossen selber ziehen“ ist
an Wichtigkeit nicht zu überbieten.

 

Gerade im Winter sind Sprossen und Keimlinge hervorragend geeignet, um uns mit Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen. Während Gemüse und Salate aus Gewächshäusern kommen, durch die halbe Welt transportiert werden und verhältnismäßig teuer sind, wachsen Sprossen auf der eigenen Fensterbank heran und können frisch und lebendig auf unsere Teller gelangen.

Dazu gibt es viele weitere Gründe, warum wir heute umfassend über Sprossen berichten werden:

Samen, Keimlinge, Sprossen, ….

Durch Einweichen in Wasser werden die SAMEN aktiviert und sie erwachen zum Leben.

Danach bilden sich die KEIMLINGE (mit ersten sichtbaren Veränderungen) und daraus werden die SPROSSEN, die nach 3 – 6 Tagen erntereif sind. Im üblichen Sprachgebrauch wird nicht zwischen Keimling und Sprossen unterschieden.

Die Sprossen entwickeln sich weiter zu Mikrogrün, Grünkraut oder Gras, mit viel wertvollem Chlorophyll. Die Ernte kann hier zwischen dem 7. und dem 12. Tag erfolgen.

 

Was geschieht beim Keimen?

Samen tragen alles in sich was sie brauchen, um zu einer Pflanze heran zu wachsen – sie ruhen sozusagen – wie im Winterschlaf.

Mithilfe von Feuchtigkeit, Sauerstoff, Wärme und Licht werden die Enzyme aktiviert und es kommt zu umfassenden biochemischen Prozessen und die Samen werden zu einem der vitalstoffreichsten Lebensmittel überhaupt:

  • Phytinsäure wird größtenteils abgebaut, so dass die Samen leichter verdaulich sind und dem Körper zudem mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen (1).
  • Proteine werden in Aminosäuren zerlegt und können so besser aufgenommen werden (2).
  • Das Vorkommen von essentiellen Fettsäuren erhöht sich.
  • Enzyme, die komplexe Kohlenhydrate (Stärke) in Einfach- und Zweifachzucker zerlegen, werden aktiv (3).
  • Antioxidantien vermehren sich (4).
  • Lektine (bestimmte Fraßschutzstoffe) werden abgebaut (5).
  • Der Vitamingehalt erhöht sich und die Vitamine gehen eine Verbindung mit Enzymen ein, wodurch sie besser vom Körper aufgenommen werden können. Die Vitamine A, C, E sowie die wichtigen B-Vitamine (6) steigen um das Vielfache an, bei einigen Sorten nimmt das Vitamin C um 600 % zu.
  • Ebenso werden Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Kalium, Phosphor und Zink während des Keimungsprozesses an Enzyme gebunden und erreichen dadurch eine höhere Bioverfügbarkeit (7).
  • Sprossengrün, Grünkraut und Gräser sind sehr reich an Chlorophyll. Chlorophyll ist blutaufbauend, blutreinigend und hilft bei der Ausleitung von Toxinen und Ablagerungen. Zudem wirkt Chlorophyll oxidativem Stress entgegen und schützt so die Zellgesundheit (8).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Samen durch den Keimprozess „vorverdaut“ und die Nährstoffe dadurch einfacher und unter geringem Energieaufwand von unserem Körper aufgenommen werden können.

Besondere Bedeutung ist den ENZYMEN beizumessen. Sie wirken in unserem Organismus wie Katalysatoren, sie beschleunigen biochemische Reaktionen und helfen so den Körper zu entgiften, Krankheiten und vorzeitigem Altern vorzubeugen. Keine anderen Lebensmittel sind so enzymreich wie Sprossen.

Das Ann Wigmore Institute fand heraus, dass Sprossen bis 100 mal mehr Enzyme enthalten als frisches Gemüse. Mit zunehmendem Alter bildet der menschliche Organismus immer weniger Enzyme selbst, deshalb sind Sprossen gerade für ältere Menschen eine große Bereicherung.

Enzyme sind wärmeempfindlich und werden ab einer Temperatur von 42 Grad zerstört. Dies erklärt, warum Obst und Gemüse am besten roh verzehrt werden sollen.

„Sprossen selber zu ziehen“  ist der Einstieg in die Selbstversorgung mit lebendiger Nahrung aus dem Zimmergarten – kein Gemüse ist energiesparender, giftfreier, nährstoffhaltiger und gleichzeitig so preisgünstig!

 

Wichtig für eine gute Keimfähigkeit sind speziell für die Sprossenzucht vorgesehene Samen in Bioqualität, zur Aussaat im Garten bestimmte Samen sind meist chemisch vorbehandelt und nicht ausreichend keimfähig.

Als Gefäß empfehlen wir die Sprossengläser von Eschenfelder. Die Kombination aus Glas und feinmaschigem Sieb aus nickelfreiem Edelstahl ermöglicht eine hygienisch saubere Sprossenzucht. Sie lassen sich immer wieder sehr gut reinigen. Ebenso eignen sich einfache Einmachgläser mit Plastikfliegengitter und Gummiring oder Sprossenbeutel.

Und so geht’s:

Zum Einstieg eignen sich Bockshornklee, Mungbohnen, Rotklee oder Linsen. Sie keimen unkompliziert und schmecken lecker.

EINWEICHEN: In das Keimglas 2 Eßlöffel Samen geben, mit frischem Wasser auffüllen und quellen lassen – Einweichzeiten siehe nachfolgendeTabelle.

SPÜLEN: Nach der Einweichzeit das Einweichwasser abgießen, die Samen gut durchspülen und schräg in das Abstellgitter stellen. Das Glas sollte an einem hellen, gleichmäßig warmen Ort stehen. Fortan die Keimlinge 2 mal täglich spülen.

ERNTEN: Bevor die Sprossen verzehrfertig sind oder im Kühlschrank aufbewahrt werden, empfiehlt es sich die Sprossen in ein Wasserbad mit etwas Apfelessig oder Zitronensaft (wirkt desinfizierend) zu geben, die oben schwimmenden Samenschalen abzusammeln und anschließend in einem Sieb sehr gut abtropfen zu lassen.

HYGIENETIPPS: Verwende frisches und idealerweise gefiltertes Wasser und achte auf Hygiene. Falls du trotzdem Probleme mit Schimmel hast, dann mische 1 Teelöffel Radieschensamen unter die Keimsaat, sie wirken antibakteriell und keimtötend. 

 

Quellzeit und Keimdauer verschiedener Samen:

Samenart Einweichdauer Ernte Sprossen/Mikrogrün
Adzukibohnen 8-12 h 3-4 Tage
Alfalfasaat 8-12 h 4-5 Tage/ 7-12Tage
Bockshornklee 6-12 h 2-4 Tage/8-12 Tage
Brokkoli 8-12 h 3-5 Tage/7-12 Tage
Buchweizen 1-2 h 1-3 Tage/12 Tage
Kichererbsen 8-12 h 3-5 Tage
Leinsamen / Chia 1 h 2-3 Tage/8-14 Tage
Linsen 8-12 h 3-5 Tage
Mungobohnen 8-12 h 3-5 Tage
Sesamsaat 4-6 h 2-3 Tage
Sonnenblumenkerne 6-12 h 1-3 Tage/10-12 Tage
Radischen 6-8 h 3-5Tage/6-12 Tage
Rote Beete 6-12 h

5-6 Tage/7-11 Tage

Mungbohnensprossen am 1., 3. und 5. Tag

Exkurs Hülsenfrüchte

Für das Verdauungssystem mancher Menschen sind gekeimten Hülsenfrüchte, zum Beispiel Linsen, Mungbohnen und insbesondere Kichererbsen, eher eine Herausforderung.

Warum ist das so?

Hülsenfrüchte sind lektinreich

Menschen, die sich pflanzenbasiert ernähren, nehmen mit der täglichen Ernährung verschiedene Lektine auf. Während die meisten von ihnen als harmlos eingestuft werden, ist bekannt, dass Lektine aus rohen Hülsenfrüchten im Körper leicht toxisch wirken (9).

Lektine sind komplexe Proteine, die sich an Zellmembranen binden und nachteilig auf die Verdauungstätigkeit auswirken können. Oft ist auch die Rede von Phasin. Phasin ist die Sammelbezeichnung für bestimme Lektine.

Abhilfe können wir schaffen, indem wir die Hülsenfrüchte über Nacht einweichen und mindestens 4 Tage keimen lassen. So nimmt der Lektingehalt schon mal ab, vollständig deaktivieren lassen sich die Lektine allerdings nur durch Erhitzen (10).

Je nach genetischer Disposition und gesundheitlichen Bedingungen, sind manche Menschen besonders anfällig für die schädliche Wirkung der Lektine (11). Somit empfehlen wir, ganz individuell die persönliche Verträglichkeit herauszufinden und entsprechend kleinere Mengen gekeimter Hülsenfrüchte zu verzehren oder die gekeimten Hülsenfrüchte vor dem Verzehr zu blanchieren oder zu kochen.

Zubereitung:

Sprossen können nahezu jedes Gericht toppen und insbesondere Bowls, Wraps, Sandwichs, Suppen uvm. in nährstoffreiche Mahlzeiten verwandeln.

Keimlinge von Buchweizen, Sonnenblumen oder Leinsamen sind die perfekte Zutat für Rohkostbrote, Knuspermüslis oder Crunchys. Hierfür weiche ich größere Mengen in einem größeren Küchensieb ein.

 

Warte nicht – fange einfach an:

  • Mit der Sprossenzucht durchbrechen wir den Kreis der industriellen Nahrungsproduktion. Es fallen weder Lagerung noch Transport an. Deine selbst gezogenen Sprossen sind garantiert nicht gedüngt, nicht bestrahlt und landen  frisch und knackig auf deinem Teller.
  • Nie wieder in ihrer Entwicklung verfügt die Pflanze über eine so hohe Konzentration von wertvollen Nährstoffen wie in der Keimphase.
  • Sprossen zählen zu den größten Nährstoff-, Protein- und Enzymlieferanten!
  • Frisch gekeimte Sprossen sind sehr bekömmlich, da Enzymhemmer weitgehend abgebaut sind.

Grandios – warum essen wir nicht alle viel mehr Sprossen? Weil es einfach nicht gebräuchlich ist.

Aktuell ist die Situation so, dass wir von Glück sprechen können, wenn wir in unserem Bioladen ein Sprossensortiment vorfinden. Lasst uns das Know How über diese Vitalstoffbomben in die Welt hinaustragen und die Biomärkte stürmen – der Kunde ist König 🙂

NEU:

Sonnenblumengrün und vieles mehr im Zimmergarten

Keimen im Sprossenturm – warum?

 

Wenn du ein tieferes Verständnis über die gesundheitliche Wirkung einer natürlichen Ernährungsweise erlangen möchtest – dann informiere dich bei uns!

Ulrike
Für die meisten hört sich „Rohkost“ nach einer gravierenden Veränderung oder extremen Lebensform an. Ich verbinde damit vielmehr einen modernen Lifestyle und lasse mich von der Kreativität der Rohkostküche inspirieren.

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