Samen und Nüsse einweichen – warum?

von | Blog, Ernährung & Gesundheit | 4 Kommentare

Immer mehr Menschen, die ihre Samen und Nüsse einweichen, berichten mir davon, dass sie ihre Nussunverträglichkeit verloren haben. Dies könnte mit Lektinen und Phytinsäuren zusammenhängen!

LEKTINE sind sogenannte Fraßschutzstoffe, welche eine Pflanze vor dem Aufgefressenwerden schützen. Der Verzehr großer Mengen wirkt toxisch. Sie haben die Eigenschaft sich an die Darmwände zu binden, beeinträchtigen die Darmflora und werden sogar mit dem Leaky-Gut-Syndrom und mit Autoimmunkrankheiten in Verbindung gebracht.

Ebenso die PHYTINSÄURE dient den Samen  als Abwehrstoff, aber auch als Nährstoffspeicher, um seine Versorgung sicherzustellen für den Fall, dass es zum Keimvorgang kommt. Im Verdauungstrakt wirken sie jedoch enzymhemmend und haben die Eigenschaft Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium, Eisen und Zink an sich zu binden. Das bedeutet, dass die Mineralien nicht mehr vom Körper aufgenommen und unverwertet ausgeschieden werden.

Deshalb kann bei sensiblen Menschen ein hoher Nussverzehr zu Verdauungsstörungen, Allergien und Mineralstoffmangel führen.

Wer regelmäßig Nüsse und Samen isst, tut gut daran, sie einzuweichen. Durch das Einwirken von Wasser und Wärme werden Lektine größtenteils deaktiviert und Enzyme (Phytasen) aktiv, welche Phytinsäuren abbauen.

Der Pflanze dient die Phytinsäure als Energiequelle. Durch den Umwandlungsprozess wird das darin gespeicherte Phosphor frei und steht jetzt der Babypflanze als wichtiger Nährstoff für Wachstum und Entwicklung zur Verfügung.

Gesundheitliche Vorteile:

Nüsse und Samen werden zum Leben erweckt und es erfolgt ein Verwandlungsprozess:

    • Säuren und Hemmstoffe werden größtenteils abgebaut.
    • Proteine (Eiweiße) verwandeln sich in leicht verdauliche Aminosäuren.
    • der Nährstoffgehalt steigt und die Nährstoffe sind besser bioverfügbar.
    • Nüsse und Samen wirken basenbildend.

FAZIT: Durch das Einweichen werden Samen und Nüsse besser verträglich und unserem Körper stehen viel mehr Nährstoffe zur Verfügung!

Samen und Nüsse einweichen – wie geht’s?

Zugegeben, am Anfang ist es wirklich erst einmal ungewohnt und umständlich. Aber keine Sorge, mit der Zeit schleicht sich eine gewisse Routine ein.

Für das Müsli am Morgen, weiche ich gerne die gewünschte Menge Samen oder Nüsse, beispielsweise Sonnenblumenkerne, Buchweizenkerne, Leinsamen oder Mandeln über Nacht in Wasser ein und spüle sie am Morgen gründlich mit gefiltertem Wasser. Das Wasser gieße ich ab und damit auch die ausgelösten Enzymhemmer.

Die kleinen Spitzchen zeigen, dass der Keimprozess angestoßen wurde bzw. bereits voll im Gange ist.

Vorratshaltung

Für meine Vorratshaltung weiche ich regelmäßig größere Mengen Nüsse oder Samen gut bedeckt mit Wasser über Nacht ein. Am Morgen spüle ich sie gründlich, lasse sie in einem Sieb mindestens weitere 10 Stunden keimen und anschließend im Dörrautomat 12 bis 18 Stunden trocknen.

Für die Vorratshaltung ist es wichtig, dass sie wirklich gut durchgetrocknet sind, da sie sonst zu Schimmel neigen!

Cashewkerne, Paranüsse und Macadamianüsse müssen nicht eingeweicht werden, da sie wenig bis gar keine Enzymhemmer enthalten. Sei nicht überrascht, wenn ich die Cashewkerne für Rohkostkuchen und Cremes trotzdem einweiche – hier erreiche ich durch das Einweichen eine besonders cremige Konsistenz.

Zwischendurch knabbere ich durchaus mal Nüsse und Samen uneingeweicht – aber immer seltener.

Damit es dir auch so geht möchte ich dir nachfolgend ein paar Rezepte vorstellen:

 

Getrocknete Mandeln in drei Variationen

Einmal süß, einmal salzig und einmal neutral – eine wunderbare Versuchung  ♥

Das Buchweizen-Crunchy

Diese knusprigen Keimlinge sind die Krönung im Salat, in Suppen, zu Gemüsegerichten oder pur als Snack für Zwischendurch ♥

Alles rund um das Keimen von Buchweizen findest du HIER.

 

Wenn du ein tieferes Verständnis über die gesundheitliche Wirkung einer natürlichen Ernährungsweise erlangen und deine Gesundheit auf ein höheres Level heben möchtest – dann informiere dich bei uns!

Ulrike
Für die meisten hört sich „Rohkost“ nach einer gravierenden Veränderung oder extremen Lebensform an. Ich verbinde damit vielmehr einen modernen Lifestyle und lasse mich von der Kreativität der Rohkostküche inspirieren.

Kommentare

4 Kommentare

  1. wildanger felix

    danke für die aufnahme,finde deine seite recht interessant

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Danke, das freut mich, viel Spaß beim Stöbern!

      Antworten
  2. Sylvia

    Hallo Ulrike, Rohkost ist Neuland für mich, Eure Webseite macht mir Mut.
    Meine meist dringende Frage: muss das Einweichwasser abgegossen werden? Danke für Deine Antwort.

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Liebe Sylvia, danke für deine Frage! Ja, das Einweichwasser wird abgegossen, um Enzymhemmer auszuspülen. Ich freue mich dich durch meinen Blog für die rohköstliche Ernährung inspirieren zu können und wünsche dir weiterhin viel Freude damit, LG Ulrike ♡

      Antworten

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