Samen und Nüsse einweichen – warum?

von Wissen10 Kommentare

Immer mehr Menschen, die ihre Samen und Nüsse einweichen, berichten mir davon, dass sie ihre Nussunverträglichkeit verloren haben. Dies könnte mit Lektinen und Phytinsäuren zusammenhängen!

LEKTINE sind sogenannte Fraßschutzstoffe, welche eine Pflanze vor dem Aufgefressenwerden schützen. Der Verzehr großer Mengen wirkt toxisch. Sie haben die Eigenschaft sich an die Darmwände zu binden, beeinträchtigen die Darmflora und werden sogar mit dem Leaky-Gut-Syndrom und mit Autoimmunkrankheiten in Verbindung gebracht.

Ebenso die PHYTINSÄURE dient den Samen  als Abwehrstoff, aber auch als Nährstoffspeicher, um seine Versorgung sicherzustellen für den Fall, dass es zum Keimvorgang kommt. Im Verdauungstrakt wirken sie jedoch enzymhemmend und haben die Eigenschaft Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium, Eisen und Zink an sich zu binden. Das bedeutet, dass die Mineralien nicht mehr vom Körper aufgenommen und unverwertet ausgeschieden werden.

Deshalb kann bei sensiblen Menschen ein hoher Nussverzehr zu Verdauungsstörungen, Allergien und Mineralstoffmangel führen.

Wer regelmäßig Nüsse und Samen isst, tut gut daran, sie einzuweichen. Durch das Einwirken von Wasser und Wärme werden Lektine größtenteils deaktiviert und Enzyme (Phytasen) aktiv, welche Phytinsäuren abbauen.

Der Pflanze dient die Phytinsäure als Energiequelle. Durch den Umwandlungsprozess wird das darin gespeicherte Phosphor frei und steht jetzt der Babypflanze als wichtiger Nährstoff für Wachstum und Entwicklung zur Verfügung.

Gesundheitliche Vorteile:

Nüsse und Samen werden zum Leben erweckt und es erfolgt ein Verwandlungsprozess:

    • Säuren und Hemmstoffe werden größtenteils abgebaut.
    • Proteine (Eiweiße) verwandeln sich in leicht verdauliche Aminosäuren.
    • der Nährstoffgehalt steigt und die Nährstoffe sind besser bioverfügbar.
    • Nüsse und Samen wirken basenbildend.

FAZIT: Durch das Einweichen werden Samen und Nüsse besser verträglich und unserem Körper stehen viel mehr Nährstoffe zur Verfügung!

Samen und Nüsse einweichen – wie geht’s?

Zugegeben, am Anfang ist es wirklich erst einmal ungewohnt und umständlich. Aber keine Sorge, mit der Zeit schleicht sich eine gewisse Routine ein.

Für das Müsli am Morgen, weiche ich gerne die gewünschte Menge Samen oder Nüsse, beispielsweise Sonnenblumenkerne, Buchweizenkerne, Leinsamen oder Mandeln über Nacht in Wasser ein und spüle sie am Morgen gründlich mit gefiltertem Wasser. Das Wasser gieße ich ab und damit auch die ausgelösten Enzymhemmer.

Die kleinen Spitzchen zeigen, dass der Keimprozess angestoßen wurde bzw. bereits voll im Gange ist.

Vorratshaltung

Für meine Vorratshaltung weiche ich regelmäßig größere Mengen Nüsse oder Samen gut bedeckt mit Wasser über Nacht ein. Am Morgen spüle ich sie gründlich, lasse sie in einem Sieb mindestens weitere 10 Stunden keimen und anschließend im Dörrautomat 12 bis 18 Stunden trocknen.

Für die Vorratshaltung ist es wichtig, dass sie wirklich gut durchgetrocknet sind, da sie sonst zu Schimmel neigen!

Cashewkerne, Paranüsse und Macadamianüsse müssen nicht eingeweicht werden, da sie wenig bis gar keine Enzymhemmer enthalten. Sei nicht überrascht, wenn ich die Cashewkerne für Rohkostkuchen und Cremes trotzdem einweiche – hier erreiche ich durch das Einweichen eine besonders cremige Konsistenz.

Zwischendurch knabbere ich durchaus mal Nüsse und Samen uneingeweicht – aber immer seltener.

Damit es dir auch so geht möchte ich dir nachfolgend ein paar Rezepte vorstellen:

 

Getrocknete Mandeln in drei Variationen

Einmal süß, einmal salzig und einmal neutral – eine wunderbare Versuchung  ♥

Das Buchweizen-Crunchy

Diese knusprigen Keimlinge sind die Krönung im Salat, in Suppen, zu Gemüsegerichten oder pur als Snack für Zwischendurch ♥

Alles rund um das Keimen von Buchweizen findest du HIER.

 

Wenn du ein tieferes Verständnis über die gesundheitliche Wirkung einer natürlichen Ernährungsweise erlangen und deine Gesundheit auf ein höheres Level heben möchtest – dann informiere dich bei uns!

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Ulrike
Für die meisten hört sich „Rohkost“ nach einer gravierenden Veränderung oder extremen Lebensform an. Ich verbinde damit vielmehr einen modernen Lifestyle und lasse mich von der Kreativität der Rohkostküche inspirieren.

Kommentare

10 Kommentare

  1. wildanger felix

    danke für die aufnahme,finde deine seite recht interessant

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Danke, das freut mich, viel Spaß beim Stöbern!

      Antworten
  2. Sylvia

    Hallo Ulrike, Rohkost ist Neuland für mich, Eure Webseite macht mir Mut.
    Meine meist dringende Frage: muss das Einweichwasser abgegossen werden? Danke für Deine Antwort.

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Liebe Sylvia, danke für deine Frage! Ja, das Einweichwasser wird abgegossen, um Enzymhemmer auszuspülen. Ich freue mich dich durch meinen Blog für die rohköstliche Ernährung inspirieren zu können und wünsche dir weiterhin viel Freude damit, LG Ulrike ♡

      Antworten
  3. Alberto chresta

    Liebe Ulrike
    Dieser Artikel hat mir heute die Augen geöffnet. Ein bekanter Rohkostspezialist von dem ich ansonsten viel gelernt habe, hat mir versichert dass die Nüsse nicht eingeweicht werden müssen. Da sie in einer Schale wachsen brauchen sie auch keinen Frassschutz den man auslaugen sollte. Was für mich logisch klang. Von anderen schädlichen Inhaltsstoffen habe ich von ihm nichts erfahren.
    Seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, dass die guten Inhaltsstoffe in den Wildkräutern sowie Blattgemüsen usw. bei mir nicht so richtig ankommen und meine Darmflora sich nicht wesentlich verbessert hat. Zuerst habe ich gedacht es könnte an den Früchten liegen, doch das ist nun kaum mehr möglich, da ich sie stark reduziert habe. Also kann es womöglich an den Nüssen liegen? Werde es somit mit einweichen versuchen und schauen was passiert.
    Herzliche Grüsse
    Alberto

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Hallo Alberto,
      bin gespannt, ob du eine Verbesserung erkennen kannst!
      LG Ulrike

      Antworten
  4. Kathrin

    Hallo Ulrike
    Deine Seiten sind ja echt super! Danke, dass du dein Wissen mit uns teilst!
    Ich habe noch eine Frage zu den Nüssen:
    Sind die Lektine und die Phytinsäure in der ganzen Nuss drin oder nur in der dünnen Haut?
    Liebe Grüsse
    Kathrin

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Hallo Kathrin,
      danke für dein Feedback ♡
      Ja, der größte Anteil der Lektine und Phytinsäuren befindet sich in der Schale.
      LG Ulrike

      Antworten
  5. Kristina

    Hallo Ulrike,
    toller Artikel zu Samen und Nüssen ❤
    Ich esse hin und wieder auch bittere Aprikosenkerne. Darf oder soll man diese auch einweichen?

    Liebe Grüße, Kristina

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Hallo Kristina,

      sehe es bei kleinen Mengen der bitteren Aprikosenkerne nicht als nötig an. Dazu gibt es mit Sicherheit keine Studien, deshalb würde ich sagen, dass du es einmal ausprobieren kannst, um dann zu entscheiden, wie es sich für dich besser anfühlt.

      Liebe Grüße
      Ulrike

      Antworten

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