Heile deine Leber

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Anlässlich des Buches HEILE DEINE LEBER von Anthony William, wollen wir unser zentrales Stoffwechselorgan umfassend beleuchten und die Essenz seiner Empfehlungen vorstellen.

Die Leber – ein Multifunktionsorgan

Die ca. 1,5 kg schwere Leber liegt unter dem Zwerchfell im rechten Oberbauch. Als unsere größte Drüse vollbringt sie eine Vielzahl von Stoffwechsel- und Entgiftungsaufgaben. Während sie täglich bis zu 2000 Liter Blut filtert, nimmt sie Stoffe auf, wandelt sie um, verwertet oder speichert sie und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Darüber hinaus produziert sie die Gallenflüssigkeit und filtert Giftstoffe aus unserem Blut.

An der Unterseite führen die Pfortader und die Leberarterie das Blut in die Leber. Innerhalb der Leber verzweigen sich Leberarterie und Pfortader (Vene) und führen das Blut zu den 1 bis 2 Millimeter kleinen sechseckigen Leberläppchen, welche hauptverantwortlich sind für die vielfältigen Aufgaben der Leber.

Über die Leberarterie strömen bis zu 1,5 l sauerstoffreiches Blut pro Minute in die Leber.

 

Alles was vom Darm in die Blutbahn aufgenommen wird, führt die Pfortader direkt zur Leber und wird dort gründlich inspiziert und verarbeitet, bevor es über die Hohlvene zum Herz und anschließend in unseren Körperkreislauf gelangt.

Brauchbare und nährende Stoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine etc. werden umgewandelt und zu ihrem Bestimmungsort weitergeleitet oder in der Leber gespeichert.

Unbrauchbare bzw. schädliche Substanzen wie Medikamente, chemische Lebensmittelzusatzstoffe, Alkohol und viele mehr werden abgebaut und soweit möglich den Ausleitungsorganen Darm und Nieren zugeführt oder über die Gallenflüssigkeit ausgeleitet.

Alle wichtigen Aufgaben der Leber im Überblick:

  • Filterung und Überprüfung des Blutes
  • Aufnahme der Nährstoffe und je nach Bedarf Verwertung, Speicherung, Umwandlung oder Abbau
  • Produktion von Gallenflüssigkeit für die Fettverarbeitung
  • Produktion von Eiweißen, Hormonen und Cholesterin
  • Speicherung von überschüssiger Glucose als Glykogen
  • Speicherung von Vitaminen und Mineralstoffen (Vitamine A, D, E, K, Folat und B12, Eisen und Kupfer)
  • Abbau und Entgiftung von alten roten Blutkörperchen, Bilirubin, Alkohol, Medikamenten und Ammoniak
  • Temperaturregelung und Wärmespeicher

Die Leber leidet stumm – der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit

In dem Moment, wo wir unsere Leber ein wenig kennenlernen, können wir erahnen, welch immense Bedeutung sie für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hat.

Still und unermüdlich verrichtet sie ihre Aufgaben und hat mittlerweile als Hauptentgiftungsorgan Schwerstarbeit zu verrichten.

In der Leber befinden sich keine Nervenfasern und somit erfolgt bei Erkrankung auch keine Schmerzmeldung an das Gehirn. Wir kennen alle Bauchweh oder Kopfweh, aber kein Leberweh. Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit heißt es. „Häufiges erschöpft sein“ könnte also ein Hilferuf der Leber sein

 

Die Leber reagiert insbesondere auf ein Zuviel

Ihre Fähigkeit zu entgiften, fordert die Leber unentwegt, zwischen dem was giftig ist und dem was ungiftig ist, zu unterschieden.

Helfen können wir unserer Leber, wenn wir mit unserer Lebenskraft haushalten und uns nicht dauerhaft zu viel zumuten, wie

 

  • zu ehrgeizige Ziele
  • zu viel Stress
  • zu viel Ärger
  • zu viel essen,

und insbesondere

  • zu viel Fett,
  • zu viel Alkohol
  • zu viele Umweltgifte

Ein dauerhaftes „Zuviel“ beeinträchtigt die Leber allmählich bei der Bewältigung ihrer Aufgabenvielfalt und sie reagiert mit Schwäche, der sogenannten Leberträgheit oder gestauten Leber. In ihrer Überforderung schafft sie es nicht mehr ausreichend ihre Aufgaben zu verrichten. Körperlich zeigt sich dies mit Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche, manchemal auch mit Verdauungsschwäche, Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit oder nächtlicher Unruhe und Schlaflosigkeit

 

Der Leber Entlastung einräumen

Neben einem entspannteren und „Gifte“ vermeidenden Lebensstil richtet Anthony William ganz besondere Aufmerksamkeit auf eine fettarme Ernährung mit wasserreichen natürlichen Lebensmitteln.

Dazu hat Anthony William folgende Erklärung:

  • Wenn viel Fett konsumiert wird, befinden sich viele Fetttröpfchen im Blut und der Sauerstoffgehalt geht zurück. Bei schlechter Sauerstoffversorgung können unsere Organe insbesondere Herz und Gehirn nicht mühelos arbeiten.
  • Indirekt beeinträchtigen zu hohe Fettwerte im Blut auch die Bauchspeicheldrüse, da dann der Transport von Insulin zu den Zellen erschwert wird und die Bauchspeicheldrüse verstärkt Insulin produziert. Dies führt ebenso wie ein zu hoher Zuckerkonsum dazu, dass die Bauchspeicheldrüse im Laufe der Zeit ermüdet und eine Insulinresistenz begünstigt wird.
  • Chronischer Flüssigkeitsmangel führt zusätzlich zu einer Verdickung des Blutes. Über die Pfortader erreichen Mineralstoffe, Vitamine, Enzyme, Antioxidantien, Giftstoffe, Arzneistoffe, uvm. zur Weiterverarbeitung die Leber, welche bei dickflüssigem Blut erschwert wird,

Die Leber sieht sich in der Aufgabe Blut und Bauchspeicheldrüse zu schützen und arbeitet bis zur Ermüdung. Wenn die Leber allmählich schwächer wird, fängt sie an, Fette einzulagern, mit der Zeit gelingt es ihr immer weniger dem Blut die Nährstoffe zu entnehmen und Giftstoffe unschädlich zu machen.

Alles über „Gesunde Fette“ siehe >>> HIER.

 

Wie kann die fettarme Ernährung sinnvoll praktiziert werden?

Ein großer Fehler wurde in den siebziger Jahren begangen. Mit der Erkenntnis, dass viel Fett schlecht für das Herz sei, wurde ein hoher Eiweißverzehr, insbesondere in Form von tierischen Milch und Fleischprodukten propagiert. So kauften die Menschen fortan zunehmend fettarme Produkte, was jedoch zu einer enormen Erhöhung des Eiweißverzehrs führte.

Ein dauerhaft hoher Eiweißverzehr begünstigt Ablagerugen im Bindegewebe und an den Blutgefäßwänden und kann Arteriosklerose begünstigen (Eiweißspeicherkrankheit Prof. Dr. Wendt).

Mittlerweile hat sich unser Ernährungsdenken stark verändert. Heute haben viele Menschen ein Bewusstsein für Bio-Produkte und artgerechte Haltung, mit dem Fokus auf pflanzliche Ernährung.

Anthony William stellt in seinem Buch „Heile deine Leber“ eine fettarme, eiweißarme und kohlenhydratreiche Ernährungsform vor, welche

 

  • das Blut reinigt
  • die Sauerstoffsättigung verbessert
  • das Blut mit lebendigem Wasser verflüssigt und somit
  • die Leber entlastet

Erlaubt sind, wie in seinem letzten Buch MEDICAL FOOD vorgestellt, die

Die Heiligen Vier

  • Obst

  • Gemüse

  • Kräuter und Gewürze

  • Wildpflanzen und Honig

Die „Heiligen Vier“ sind von Natur aus voller heilender und regenerierender Pflanzenstoffe. Sie enthalten reichlich biologisch aktive Pflanzenstoffe und lebendige Wassermoleküle, welche der Leber bei ihrem umfassenden Aufgabenspektrum optimal entgegenwirken.

Der Leberentlastungsvormittag

Zum Einstieg empfiehlt Anthony William den Leberentlastungsvormittag und berücksichtigt gleichzeitig die natürlichen Körperzyklen:

  • 4:00 – 12:00 Uhr Ausscheidungsphase, die der Entgiftung dient
  • 12:00 – 20:00 Uhr Aufnahmephase, Essenszeit
  • 20:00 – 4:00 Uhr Verwertungsphase

In Anlehnung an die Organuhr hat die Leber ihre aktivste Zeit zwischen 1 und 3 Uhr und arbeitet bis in den frühen Morgen. Ideale Unterstützung erfährt die Leber mit einer reichlichen Wasserzufuhr nach dem Aufstehen. Dadurch kommt die Leber in Schwung, um alles was sie bereits zur Ausscheidung vorgesehen und vorbereitet hat, auszuleiten. Darüber hinaus hat die Leber im Laufe des Vormittags die Möglichkeit sich selbst zu reinigen.

Mit einem schweren Frühstück und Fetten jeder Art wäre dieser Prozess beeinträchtigt bzw. unterbrochen, dann hätte die Gallenproduktion Priorität.

Ein die Leber entlastender Vormittag könnte somit folgendermaßen aussehen.

  • ein großes Glas Zitronenwasser
  • frisch gepresster Selleriesaft
  • wasserreiche Früchte

Der Leberentlastungsvormittag kann zu einem festen Bestandteil werden oder beispielsweise eine Woche zur Vorbereitung für die „Leberrettung“ durchgeführt werden.

Siehe hierzu auch unseren Artikel „Intermittierendes Fasten – die beste Gesundheitsvorsorge“.

Die Leberrettung 3-6-9

Als nächste Stufe hat Anthony William einen neun Tage umfassenden Ernährungsplan, die sogenannte „Leberrettung 3-6-9“, entwickelt. Die neuntägige Kur geht weiter in die Tiefe, mit dem Ziel mit einer umfassenden Reinigung und Entgiftung der Leber auch gesundheitlichen Beschwerden begegnen zu können.

Die Kur besteht aus einer je dreitägigen Einstimmungsphase, Reinigungsphase und Loslassenphase.

Angesagt sind insbesondere Zitronenwasser, Selleriesaft, Äpfel, Datteln, Spargel, Rosenkohl, Spinat und Gurke in einer vorgegebenen Abfolge, welche die Leber sanft zu einem Loslassen aller sie belastenden Stoffe hinführen. An allen Tagen gilt es Gluten, Milchprodukte, Eier und Fette jeglicher Art zu meiden.

 

Anthony William beschreibt Äpfel als entzündungshemmenden, antiviral und darmreinigend und somit in vielerlei HInsicht als besonders heilsam.

Nachfolgend das empfohlene Apfelmus: Apfel mit Dattel und Zimt pürieren. A.W. empfiehlt hier bis zu 6 Datteln, aus unserer Sicht sind 1-2 Datteln ausreichend.

Fazit

Anthony William gelingt es, wie bereits im Artikel „Die Morgenroutine nach Anthony William“ erwähnt, unsere natürlichen Lebensmittel auf eine wunderbare Weise ins Bewusstsein vieler Menschen zu rücken. Eine große Nachfrage nach Stangensellerie und wilden Heidelbeeren lässt vielerorts weitreichende Ernährungsexperimente und Neuorientierungen  erkennen.

Dies ist einerseits eine sehr erfreuliche Entwicklung, anderseits kein Grund, all seine Vorschläge unreflektiert zu übernehmen. Etwas kritisch darf betrachtet werden, dass Anthony William immer wieder eine kohlenhydratreiche Ernährung mit viel Obst propagiert.

Hierbei berücksichtigt Anthony William nicht, dass heutzutage fast nur noch Hybridfrüchte angeboten werden. Unter Hybriden versteht man Nachkommen von Kreuzungen verschiedener Zuchtlinien, um gewisse Eigenschaften zu verstärken. Das Ergebnis ist, dass Obst und Gemüsefrüchte mittlerweile um ein Vielfaches mehr Fruchtzucker und weniger Nährstoffe (Mineralstoffe, Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe) enthalten wie früher.

Karies, Candida, Fettleber

Viele fruchtbegeisterte Rohköstler mussten infolge einer Demineralisierung ihrer Zähne jähe Karieserfahrungen machen und eine Candida-Darmpilzbesiedlung oder gar eine Fettleber in Kauf nehmen. Deshalb erfordert eine fruchtbetonte Ernährungsform Hintergrundwissen:

Fruchtzucker (Fruktose) ist ein Monosaccharid und gelangt ohne Einfluss auf den Blutzuckerspiegel zur Leber. Zur Energiegewinnung wandeln Leberenzyme Fruktose in Glukose um. Wenn jedoch zu viel Fruchtzucker aufgenommen wird, erfolgt in der Leber eine Umwandlung zu Fettsäuren, was die Entwicklung einer Fettleber und die Anreicherung von Körperfett begünstigt.

Das aktuell größte Problem sind mit Fruktose gesüßte Getränke und versteckte Fruktoselieferanten in Fertigprodukten. Aber auch große Mengen von süßen Hybridfrüchten können ihren Teil dazu beitragen.

Um ausgewogen mit Nährstoffen versorgt zu werden, sollten Früchte immer reichlich mit Blattgrün ergänzt werden. Früchte liefern viele Vitamine und wirken entschlackend, Blattgrün ergänzt mit Mineralstoffen und vermag gelöste Giftstoffe zu binden.

So birgt das Buch HEILE DEINE LEBER die große Chance unsere Leber näher kennenzulernen und mit einer fettarmen und natürlichen Ernährung umfassend zu entlasten.

„Werde dein eigener Experte und entwickle deine Ernährung“

 

Wenn du ein tieferes Verständnis über die gesundheitliche Wirkung einer natürlichen Ernährungsweise erlangen möchtest – dann informiere dich bei uns!

Ulrike
Für die meisten hört sich „Rohkost“ nach einer gravierenden Veränderung oder extremen Lebensform an. Ich verbinde damit vielmehr einen modernen Lifestyle und lasse mich von der Kreativität der Rohkostküche inspirieren.

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