Schwangerschaft und Stillzeit stellen besondere Anforderungen an den mütterlichen Organismus. Deshalb ist es in dieser Zeit besonders wichtig, ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt zu sein.

Fragen wie: „Bin ich mit einer roh veganen Ernährung in der Schwangerschaft ausreichend versorgt? Was muss ich beachten?“ sind berechtigt und verständlich, da kontroverse Meinungen zu diesem Thema zusätzlich für Verunsicherung sorgen.

Aber warum sollten lebendige Lebensmitten, welche die Natur uns zur Verfügung stellt, eine werdende Mutter nicht ausreichend ernähren?

Nachfolgend wollen wir alle Phasen des Mamawerdens beleuchten und herausstellen, was es unbedingt zu beachten gibt:

Wir starten beim

Kinderwunsch

Sehr sinnvoll ist es, den eigenen Lebensstil bereits beim Kinderwunsch zu überdenken:

  • Idealerweise ein Jahr vor der Schwangerschaft, sollten Rauchen und Genussmittel wie Alkohol, Koffein und Zucker drastisch reduziert werden.
  • Wer an eine Entschlackung, Entgiftung oder Zahnsanierung denkt, sollte dies einige Monate vor der Schwangerschaft durchführen. Bei Entgiftungen, egal welcher Art, werden Gifte frei, die über die Plazenta zum ungeborenen Baby gelangen können.
  • Bereits jetzt ist es sinnvoll, auf eine gute Versorgung der Mikronährstoffe zu achten. Insbesondere Folsäure (Vitamin B9) hat im ersten Drittel der Schwangerschaft eine besondere Bedeutung. Das Vitamin wird vom Organismus für die Blutbildung sowie für zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt. Folsäure ist an der Synthese von DNS-Bausteinen beteiligt und spielt eine wichtige Rolle für alle Wachstumsprozesse im Körper. Für den wachsenden Embryo ist sie lebensnotwendig. Ein Folsäuremangel kann beim Kind zu einem Neuralrohrdefekt führen. Aus dem Neuralrohr entwickelt sich in der zweiten und dritten Schwangerschaftswoche das Nervensystem des Kindes. In der vierten Woche schließt sich das Neuralrohr, also zu einem Zeitpunkt, an dem die Schwangerschaft meist noch nicht bekannt ist. Deshalb wird Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, bereits vor der Schwangerschaft Folsäure zu supplementieren. Gesundheitliche Folgen eines Folsäuremangels können ein offener Rücken beim Fötus sein.

Natürliche Quellen von Folsäure sind insbesondere grünes Blattgemüse, Früchte, Nüsse, Hülsenfrüchte und Kohlgemüse. So liefert beispielsweise eine Schüssel Feldsalat mit Sprossen und Spitzkohl circa 300 Mikrogramm Folsäure und deckt somit bereits die Hälfte der täglich in der Schwangerschaft empfohlene Dosis.

Mit einer rohköstlichen Ernährung ist ein Folsäuremangel unter normalen Umständen auszuschließen.

 

Kokosschale

 

Während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft geht es um eine optimale Versorgung von Mutter und Kind. Dabei wird der Kalorienbedarf gerne überschätzt, denn eine werdende Mama muss nicht für zwei essen, wichtig ist vielmehr eine ausreichende Nährstoffversorgung.

Besondere Aufmerksamkeit sollte auf nachfolgende Nährstoffe gerichtet werden:

Vitamine-B-Komplex sowie Vitamin B12

Die B-Vitamine sind wichtig für alle Phasen der Energieproduktion. Gleichzeitig wirken sie positiv auf Stimmung und Konzentration und stärken die Nerven. Sie können sehr gut über Nüsse und Samen wie Sonnenblumenkerne, Sesamsamen, Kürbiskerne, idealerweise gekeimt, und über Hülsenfrüchte gedeckt werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdient Vitamin B12, da es an der Zellteilung, an der Blutbildung und an der Entwicklung des Nervensystems beteiligt ist. Deshalb sollte in der Schwangerschaft das Vitamin B12 auf jedem Fall überprüft und gegebenenfalls supplementiert werden.

Die fettlöslichen Vitamine A, D, und E

Vitamin A kommt ausschließlich in tierischen Produkten vor. In Pflanzen dagegen befindet sich das Beta-Carotin, aus welchem der Körper Vitamin A bilden kann. Beta-Carotin-reich sind gelbe, grüne, orangefarbene sowie rote Lebensmittel, wie Karotten, grünes Blattgemüse, Kürbis, rote Beete oder Aprikosen.

Vitamin D

Vitamin D ist wichtig für die Entwicklung der Plazenta, den Aufbau des Skeletts, die Ausbildung des Immun- und Nervensystems und die Genaktivität. Es wird im Zusammenhang mit der Sonnenstrahlung von unserem Körper selbst gebildet und kann in kleinen Mengen mit der Nahrung zugeführt werden. Deshalb sollte man im Sommer darauf achten, dass man genügend in die Sonne geht, im Winter kann an ein Supplement gedacht werden.

Vitamin E

Vitamin E ist das bedeutendste fettlösliche Antioxidans. In dieser Funktion schützt es die Zellen vor freien Radikalen und hilft bei der Sauerstoffversorgung des Gewebes. Es ist enthalten in Pflanzenöl, insbesondere Weizenkeimöl, Nüssen, Samen, und grünem Gemüse.

Hochwertige Fette

Sinnvoll ist eine hochwertige Fettversorgung in Form von gesättigten Fetten, wie Kokosöl und ungesättigten Fettsäuren mit Augenmerk auf Omega-3-Fettsäuren-Lieferanten wie Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen und Walnüsse. In der zweiten Schwangerschaftshälfte während der Phase des raschen Gehirnwachstums sind die Omega-3-Fettsäuren DHA wichtig für die Zellmembranfette des kindlichen Gehirns.

Überzeugten 100-prozentigen Rohköstlern empfiehlt Dr. Switzer kleine Mengen tierisches Fett in Form von Rohmilchbutter oder Lachs. Tierische Fette können insbesondere die Versorgung von fettlöslichen Nährstoffen erhöhen und für die Schwangerschaft und frühkindliche Entwicklung förderlich sein.

Proteine

Der Proteinbedarf kann sehr gut mit gekeimten Samen und Nüssen, grünem Blattgemüse, insbesondere Wildkräutern, mit Sprossen, Algen, Avocados, Hanf- und Chiasamen gedeckt werden

Besondere Beachtung sollte jedoch die Aminosulfonsäure Taurin finden. Sie ist ein Abbauprodukt der Aminosäuren Methionin und Cystein und spielt beim Wachstum des zentralen Nervensystems des Embryos eine bedeutende Rolle. Taurin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor und bei streng veganer Ernährung reicht die eigene Synthese während der Schwangerschaft oft nicht aus. So sollte gegebenenfalls der Taurin-Status überprüft werden.

Magnesium

Magnesium hat eine muskelentspannende Wirkung und ist nahezu bei allen Wachstums- und Stoffwechselprozessen beteiligt. Natürliche Magnesiumquellen sind Wildkräuter, Kürbiskerne und schwarzer Sesam. Bei Magnesiummangel sich Fußbäder mit Magnesiumchlorid eine sehr gute Möglichkeit, da unserer Körper über die Haut Magnesium sehr gut aufnehmen kann.

Jod

Ein Jodmangel wird mit einer erhöhen Rate an Fehlgeburten sowie Fehlbildungen verbunden. Bei überwiegend rohköstlicher Ernährung und Vermeidung von jodiertem Speisesalz empfiehlt es sich jeden zweiten oder dritten Tag kleine Mengen von Meeresalgen wie Nori, Wakame oder Dulse über den Salat zu streuen.

Eisen

Große Aufmerksamkeit sollte auf die Eisenversorgung gerichtet werden, da ein gravierender Mangel zu Blutarmut und zu einer schlechten Sauerstoffversorgung des Kindes führen kann. Natürliche Eisenquellen sind grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Kürbiskerne, Sesam und Mohn, idealerweise gekeimt. Ergänzend können Algen wie Chlorella oder Spirulina eingenommen werden.

Die Bioverfügbarkeit von pflanzlichem Eisen kann in Kombination mit Vitamin C erhöht werden, als Beispiel Blattgrün, allen voran Wildkräuter mit Früchten als Smoothie oder Salat in Kombination mit einem Vitamin-C-haltigen Dressing.

 

Wildkräuter in der Schwangerschaft

 

Fazit:

Die Frage: Roh vegan in der Schwangerschaft – ja oder nein? wollen wir nachfolgend beantworten:

Eine Ernährung aus frischen Früchten, Blattgrün, Gemüse, Sprossen, hochwertigen Fetten, Nüssen und Samen ist an Nährstoffreichtum nicht zu übertreffen. Somit gilt gerade in der Schwangerschaft die roh vegane Ernährung als ideal und Mittel der Wahl, allerdings sollte die ausreichende Zufuhr der kritischen Nährstoffe, insbesondere Vitamin B12 und Eisen ernst genommen werden.

Ganz besonders wollen wir die Betonung auf ROHKÖSTLICH richten, da der Nährstoffgehalt der Lebensmittel durch das Kochen vermindert wird und auch die stoffwechselaktivierende Wirkung eines lebendigen Lebensmittels verloren geht.

Manche Rohköstlerinnen berichten, dass sie in den ersten Wochen Schwierigkeiten hatten, Rohes zu essen und Appetit auf Gekochtes oder gar auf Fertigprodukte hatten. Das sollte nicht als Drama empfunden werden und kann sicherlich im Laufe der Schwangerschaft wieder ausgeglichen werden.

 

vegane Ernährung in der Schwangerschaft

 

Übelkeit in der Schwangerschaft

Übelkeit oder starke Abneigung von bestimmten Lebensmitteln kann insbesondere in den ersten drei Monaten ein leidiges Thema sein. Man geht davon aus, dass die Übelkeit mit hohen Konzentrationen des Schwangerschaftshormons im Blut zusammenhängt. Der Spiegel dieses Hormons ist zwischen der 8. und 10. Woche am höchsten.

Eine extreme Form der Schwangerschaftsübelkeit wird als Hyperemesis gravidarum bezeichnet. Sie liegt vor, wenn sich Betroffene häufiger pro Tag übergeben müssen, wenig oder nichts essen und trinken und an Gewicht verlieren. Ein Trost für alle Betroffenen ist, dass Übelkeit als schwangerschaftsstabilisierend gilt.

Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit sind:

  • Vermeiden von starken Blutzuckerschwankungen, insbesondere niedrige Blutzuckerspiegel verschlimmern die Übelkeit. Manchmal hilft es schon vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit zu essen, zum Beispiel etwas Obst oder Nüsse. Vielen Frauen hilft es über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu essen.
  • Zu den meist genutzten Heilpflanzen gegen Schwangerschaftsübelkeit gehört der Ingwer, da er das Brechzentrum im Gehirn beruhigt.
  • Außerdem wird eine ausreichende Versorgung der B-Vitamine, insbesondere von Vitamin B6 als übelkeitslindernd eingeschätzt. Besonders Vitamin-B6-reich sind Avocados, Walnüsse, Sesam und Kohlgemüse.

Schwangerschaftsstreifen

Ob Schwangerschaftsstreifen entstehen, hängt einerseits von der genetischen Veranlagung, aber auch vom Zustand des Bindegewebes ab. Dabei kommt es zu Rissen im Unterhautgewebe, welche meist als sichtbare Narben zurückbleiben. So ist eine natürliche Hautpflege besonders wichtig.

Tipps um Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen sind:

  • basische Ernährung
  • ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit
  • Zupfmassagen, bei der die Haut Stück für Stück mit zwei Fingern zwischen Daumen und Zeigefinger hochgezogen und gerollt wird. Dabei kann etwas Öl verwendet werden. Drei bis zwei Wochen vor der Geburt sollte nur noch leicht massiert werden. Als Öle kommen Kokosöl, Mandel- oder Jojobaöl in Betracht.

Geburtsvorbereitung

Viele Frauen bekommen in den letzten Wochen der Schwangerschaft Wadenkrämpfe. Oft fehlt dann dem Körper Magnesium. Eine ausreichende Magnesiumversorgung wirkt muskelentspannend und ist gleichzeitig eine vorbeugende Maßnahme für die Geburt.

Besondere Aufmerksamkeit sollte auf das Schleimhautmilieu gerichtet werden. Neuesten Erkenntnissen zufolge verfügt die Plazenta über ein Bakterienmilieu, das den Mundkeimen der Mutter entspricht. So empfehlen sich Mundspülungen mit probiotischen Präparaten. Eine gesunde Scheidenflora dient der ersten mikrobiellen Besiedelung des kindlichen Darmes nach der Geburt und entspricht quasi einer „Starterkultur“.

Darmflorapräparate können aus mehreren Gründen vorteilhaft sein. Sie unterstützen den Aufbau einer gesunden Darmflora, stabilisieren das Schleimhautmilieu der Mutter und können so die Allergieanfälligkeit und Verdauungsbeschwerden des Babys reduzieren.

 

Du möchtest ein tieferes Verständnis über die gesundheitliche Wirkung einer natürlichen Ernährungsweise erlangen und deine Gesundheit auf ein höheres Level heben – dann informiere dich bei uns!

Im nächsten Artikel geht es um die Beikost:

„Erste Beikost – roh vegan von Anfang an“

 

erste Beikost Rohkost

Freebie Gesund mit Rohkost

Fast geschafft! Wie heißt du und wohin soll ich dir den Newsletter und das E-Book senden?

Durch die Eintragung erteilst du uns die Erlaubnis, dir per E-Mail weitere Informationen inkl. des E-Books zu senden. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

You have Successfully Subscribed!

Freebie Gesund mit Rohkost

Hast dudichschon für den Newsletter und unser kostenloses E-Book angemeldet? (inkl. meiner 5 Lieblingsrezepte)

Durch die Eintragung erteilst du uns die Erlaubnis, dir per E-Mail weitere Informationen inkl. des E-Books zu senden. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

You have Successfully Subscribed!

Freebie Gesund mit Rohkost

Fast geschafft! Wie heißt du und wohin soll ich dir den Newsletter und das E-Book senden?

Durch die Eintragung erteilst du uns die Erlaubnis, dir per E-Mail weitere Informationen inkl. des E-Books zu senden. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

You have Successfully Subscribed!

Fast geschafft! Wie heißt du und wohin soll ich dir den Newsletter und das E-Book senden?

Durch die Eintragung erteilst du uns die Erlaubnis, dir per E-Mail weitere Informationen inkl. des E-Books zu senden. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

You have Successfully Subscribed!