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Schleimfreie Ernährung nach Arnold Ehret

von Wissen4 Kommentare

Die schleimfreie Ernährung wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts von dem deutschen Naturheilkundler Arnold Ehret begründet.

 

Arnold Ehret, am 29. Juli 1866 in der Nähe von Freiburg geboren, war mit 30 Jahren an einer chronischen Nierenentzündung erkrankt. Nachdem er unzählige Ärzte und Therapeuten erfolglos konsultiert hatte, führte er verschiedene Experimente in einem Wechsel von Fasten und schleimfreier Ernährung durch und konnte dadurch einen Gesundheitszustand erreichen, der alles übertraf, was er zuvor kannte.

All seine Versuche und persönlichen Erfahrungen brachten ihn schließlich zu 2 wesentlichen Grundsätzen:

1. Alle Krankheiten und Leiden kommen, von wenigen Umständen abgesehen, von falscher, unnatürlicher sowie zu eiweiß- und fettreicher Nahrung und von Überernährung.
2. Fasten ist das einzige von der Natur ohne menschliches Zutun angewendete Mittel, die Folgen der Fehl- und Überernährung wieder gut zu machen.

Arnold Ehret sieht jede Krankheit, egal mit welchem Namen sie der medizinischen Wissenschaft bekannt ist, als eine Verstopfung des gesamten Leitungssystems des menschlichen Körpers und somit als einen Versuch des Körpers Schleim und Gifte auszuscheiden.

Eiweiß und Fette

Als am gefährlichsten sieht Ehret die Gewohnheit der Völlerei und den Irrtum bzgl. eiweißreicher Nahrungsmittel. Das Leben basiert auf einem gut funktionierenden Stoffwechsel, aber niemals auf der absurden Vorstellung, dass man Eiweiß essen muss, um Eiweiß zu bilden. Eine Kuh trinkt auch keine Milch, um Milch zu erzeugen?

Auch Fette erlebt er in seinen Reinigungsprozessen als stoffwechselverlangsamend, vielmehr setzt er Fette gezielt ein, um starke Entschackungs- bzw. Entgiftungsprozesse zu bremsen.

Medikamente

Zusätzlich sah Arnold Ehret Giftstoffe, insbesondere Medikamente, die vielleicht schon vor vielen Jahren eingenommen worden, als sehr problematisch. Die richtige Nahrung macht es jedoch möglich, auch solche Rückstände zu lösen und auszuscheiden.

Merke:

Es ist nicht die Krankheit, die bekämpft werden muss, vielmehr zeigt sich der Wunsch des Körper gereinigt zu werden. Beispielsweise ist eine „Erkältung“ der Versuch des Körpers Abfallstoffe mittels Schleim nach außen zu transportieren.

Das Ziel wird es sein, dass wir uns so ernähren, dass die Umwandlung von Lebensmitteln, als Energie und Leistungsfähigkeit im Körper spürbar wird.

Die schleimfreie Heilkost

Mit diesem Hintergrund entwickelte er die schleimfreie Heilkost. Arnold Ehret selbst erlebte seinen Heilungsweg aus einem Wechsel von einzelnen, wohlüberlegten langen oder kurzen Fastenzeiten und dem Verzehr von nicht schleimbildenden Nahrungsmitteln. Dabei betonte er immer wieder, dass er seine Ernährung allmählich umstellte und sich nicht von heute auf morgen gänzlich schleimfrei ernährte, damit die reinigende und ausscheidende Wirkung nicht zu abrupt einsetzt und Entgiftungskrisen verursacht. Man sollte sich für die Umstellung sogar Zeit lassen, denn was sich in vielen Jahren angesammelt hat, kann nicht von heute auf morgen ausgeschieden werden.

 

Welche Lebensmittel sind erlaubt?

Die schleimfreie Ernährung besteht aus allen Sorten Obst, grünem Blattgemüse, stärkearmem Gemüse und gekochtem stärkereichem Gemüse.

Arnold Ehrets Hauptaugenmerk liegt also nicht auf „rohen“, sondern vor allem auf „schleimfreien Lebensmitteln“ und dessen reinigender Wirkung. Als schleimfrei erweisen sich eiweiß- und fettarme sowie basenbildende Lebensmittel.

Parallelen zwischen schleimfreier und basenbildender Ernährung

Der Chemiker Ragnar Berg widmete sein Leben der Erforschung des Säure-Basen-Wirkung auf die Gesundheit des Menschen und veröffentlichte bereits 1913 die ersten „Säure-Basen-Tabellen“. Er kam zur Ansicht, dass alle mit der Nahrung zugeführten Nährstoffe nur bei basenüberschüssiger Ernährung optimal ausgenutzt werden können.

Berg empfahl, täglich reichlich Obst und Gemüse zu essen. Den Verzehr von Fleisch, Eiern, Getreide und Hülsenfrüchten empfahl er einzuschränken.

Ehret schätzte die Säure-Basen-Tabellen nach Ragnar Berg bzw. sah sich in seiner Einteilung der Lebensmittel in schleimbildend und nicht schleimbildend durch diese bestätigt, da schleimbildende Lebensmittel mit säurebildenden größtenteils übereinstimmen.

So ist es erstaunlich festzustellen, daß die Mehrzahl der Nahrungsmittel, die „säurebildend“ sind, von Arnold Ehret als „schleimbildend“ eingestuft wurden und „basenbildende“ Nahrungsmittel fast genau mit „schleimfreien“ übereinstimmen.

Ergänzende Regeln von Arnold Ehret

  • Eine sehr wichtige Regel heißt EINFACHHEIT, das bedeutet, nicht zu viele verschiedene Nahrungsmittel zu mischen.
  • MINERALSTOFFE durch grüne Lebensmittel ergänzen.
  • Särkehaltige Produkte wie Kartoffeln oder Hülsenfrüchte eher erhitzen. Durch die Erhitzung wird die STÄRKE teilweise aufgespalten und verliert so einen Teil ihrer verschleimenden Eigenschaften. Ideal ist es, gekochtes stärkereiches Gemüse abgekühlt zu essen, da sich dadurch der Anteil der resistenten Stärke erhöht. „Resistente Stärke“ ist ein präbiotisch wirkender Stärkeanteil – wenn die Darmbakterien resistente Stärke abbauen, produzieren sie wertvolle kurzkettige Fettsäuren.

  • Nicht WÄHREND EINER MAHLZEIT TRINKEN, auch Suppen sollten vermieden werden, da eine gute Verdauung schwieriger wird, je mehr Flüssigkeit aufgenommen wird.
  • Ergänzende Therapien zur schleimfreien Heilkost sind unter anderem das SONNENBADEN, SPORTLICHES TRAINING und DARMREINIGUNGEN.

Schleimbildende Nahrungsmittel:

Sehr schleim- und eiterbildend:

  • Milchprodukte (Käse, Quark,… )
  • Fleisch- und Fischprodukte, Eier

Mittelmäßig schleimbildend:

  • Getreide und Getreideerzeugnisse (Brot, Nudeln, usw.)
  • Pseudogetreide wie Buchweizen, Quinoa,
  • Hülsenfrüchte
  • pflanzliche Öle

Leicht schleimbildend:

  • Nüsse und Samen
  • Kartoffeln, Avocados, Blumenkohl, …

_______________________________________

Diese Aufzählung ist nicht vollständig, sie dient dazu einen Überblick zu bekommen. Wer sich tiefgreifender mit den Ernährungslehren von Arnold Ehret auseinander setzen möchte, kann sich mit seinen Büchern beschäftigen, insbesondere mit seinem Buch „Die schleimfreie Heilkost“.

Eine ausführliche Auflistung der schleimbildenden und schleimfreien Lebensmittel und auch Links zu einigen Büchern von Arnold Ehret findest du auf dem Blog von Silke Leopold. Silke Leopold und Henry Lop haben viele Monate Erfahrung mit der schleimfreien Ernährung und haben wertvolle Quellen HIER zusammengestellt.

 

Wenn du ein tieferes Verständnis über die gesundheitliche Wirkung einer natürlichen Ernährungsweise erlangen möchtest – dann informiere dich bei uns!

Ulrike
Für die meisten hört sich „Rohkost“ nach einer gravierenden Veränderung oder extremen Lebensform an. Ich verbinde damit vielmehr einen modernen Lifestyle und lasse mich von der Kreativität der Rohkostküche inspirieren.

Kommentare

4 Kommentare

  1. Birgit

    Jetzt erhalte ich schon einige Zeit deinen Newsletter und bin immer wieder erfreut darüber, wie du uns alle aufklärst. Ich beschäftige mich schon viele Jahre mit der Ernährung, vorallem die Rohkost, aber immer wenn mir heute noch irgendwelche Fragen kommen, dann schaue ich auf deiner Website nach. Denn dort bekomme ich garantiert eine Anwort. Prima, wie du diese Zusammenhänge mit Ernährung, Verdauung, Krankheit und Wohlbefinden erläuterst. Es ist immer wieder bereichernd, auf deiner Seite zu studieren. Großes Kompliment auch an den Gestalter! Sie ist sehr ansprechend und kurzweilig! Macht weiter so!!!

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Liebe Birgit, danke für dein Feedback ♡ das freut mich sehr, ganz liebe Grüße Ulrike ♡

      Antworten
  2. ebk47@t-online.de

    Hallo ! Es wird hier betont, der Mensch soll viel Grünes essen. Aber ich bezweifle das, denn der Mensch hat keinen Wiederkäuermagen.
    Ich bitte um diesbezügliche Antwort mit Erklärung.
    Vielen Dank im voraus
    Eli

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Hallo Eli,

      danke für deine spannende Frage.

      Wiederkäuer besitzen einen mehrteiligen Wiederkäuermagen, der es ihnen durch mikrobielle Verdauung ermöglicht, auch solche Kohlenhydrate als Nahrung zu nutzen, die für andere Säugetiere mit nur einem Magen (Monogastrier) unverdaulich sind (beispielsweise Zellulose). Wiesengras besteht zu einem großen Teil aus Zellulose.

      Tiere mit nur einem Magen und auch Menschen können Zellulose nicht aufschließen und scheiden diese quasi unverdaut wieder aus.

      Im Übermaß zugeführt wirken sei daher unbekömmlich, kleinere Mengen dienen dem Verdauungsprozeß als sogenannte Ballaststoffe.

      In der Praxis: Weizengras wird entsaftet (somit von der Zellulose befreit) und liefert einen sehr hohen Anteil an Chlorophyll, sekundären Pflanzenstoffen, Mineralien und Viaminen, wirkt blutbildend und reinigend.

      Blattgrün, Obst und Gemüse liefern einen für den menschlichen Körper bekömmlichen Anteil an Zellulose. Zellulose binden Wasser, tragen zur Vergrößerung des Stuhlvolumens und zur Anregung der Darmbewegung bei.

      Zu Ballaststoffen:
      Wir unterscheiden zwischen löslichen und unlöslichen Ballaststoffen.

      Zellulose zählt wie gesagt zu den unverdaulichen, also unlöslichen Ballaststoffen.

      Darüber hinaus gibt es die löslichen Ballaststoffe wie Pektin im Apfel und Inulin in der Topinamburknolle. Sie binden im Dickdarm Wasser, vergrößern dadurch das Stuhlvolumen und regen die Darmperistaltik an. Darüber hinaus dienen sie den Bakterien der Darmflora als Nahrung.

      Liebe Grüße
      Ulrike

      Antworten

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