Entzündungshemmende Ernährung: Lösung bei chronischen Krankheiten? - deine-ernaehrung.de

Entzündungshemmende Ernährung: Lösung bei chronischen Krankheiten?

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Ob Diabetes, Morbus Crohn oder Rheuma – mittlerweile ist bekannt, dass chronische Erkrankungen mit einer „stillen Entzündung“ im Körper einhergehen.

Im nachfolgenden Artikel wollen wir aufzeigen, inwieweit eine entzündungshemmende Ernährung chronischen Krankheiten entgegenwirken oder sogar die Lösung sein kann:

Anstieg chronischer Erkrankungen

Inzwischen gelten knapp die Hälfte der deutschen Bundesbürger als chronisch krank – dabei sind auch immer mehr junge Menschen betroffen. Vor allem in den Industrieländern hat die Anzahl der chronischen Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Erkrankungen mit dem modernen, westlichen Lebensstil zusammenhängen.

Als chronische Erkrankungen gelten u.a.:

  • Akne
  • Asthma
  • Arteriosklerose
  • Chronisch-Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa
  • Demenz
  • Diabetes mellitus
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson
  • Parodontitis
  • Rheumatoide Arthritis

Die Zahlen chronischer Erkrankungen sind in den letzten Jahrzehnten rasant angestiegen. Grund dafür: der entzündungsfördernde moderne, westliche Lebensstil.

 

Stille Entzündung: Nährboden für Erkrankungen

Was chronische Erkrankungen gemeinsam haben: Ihnen liegt eine dauerhafte, auch stille, Entzündung (englisch: silent inflammation) zugrunde.

Im Gegensatz zu einer akuten Entzündung, die sich durch Schmerz, Rötung und Schwellung bemerkbar macht, ist die stille Entzündung schwer zu erkennen. Sie läuft oft über Jahre hinweg unbemerkt vor sich hin – bis chronische Krankheiten daraus resultieren.

Das akute Notprogramm „Entzündung“ ist hier zum Dauerzustand geworden. Das Immunsystem ist laufend im Einsatz und nicht mehr in der Lage, zwischen echten Gefahren und vergleichsweise harmlosen Reizen zu unterscheiden und reagiert auf sämtliche innere und äußere Einflüsse mit Entzündungsprozessen.

Eine stille Entzündung erfolgt somit als andauernd laufender Entzündungsprozess, bei dem das Immunsystem im Dauereinsatz ist.

Trigger feuern Entzündung an

Entzündungsfördernde Einflüsse, auch Trigger genannt, sind in der heutigen Umwelt vielfältig. Stress, Umweltgifte, Schlafmangel, Nikotin und Alkohol – je nach Lebensstil, ist der Körper täglich mit zahlreichen Belastungen und Reizen konfrontiert, die stille Entzündungen auslösen und gleichzeitig am Laufen halten können. Auch Bauchfett, zählt zu den am weitesten verbreiteten Risikofaktoren – das viszerale Fettgewebe im Bauchraum sendet Botenstoffe aus, die Entzündungen fördern (1).

Die unterschiedlichen Trigger sorgen dafür, dass das einmal entfachte Entzündungsfeuer am Brennen bleibt. Dieses andauernde Notprogramm schwächt das Immunsystem und bietet einen Nährboden für vielerlei Krankheiten. In manchen Fällen, beginnt der Körper sogar, seine eigenen Zellen anzugreifen. Die Folge sind Autoimmunerkrankungen, wie etwa Multiple Sklerose, Hashimoto oder Morbus Crohn.

Sogenannte Trigger, wie Stress, Rauchen und Umweltgifte, halten die chronische Entzündung am Laufen – sie bietet einen Nährboden für eine Vielzahl von Krankheiten.

Entzündungshemmende Ernährung

Eine besonders wichtige Rolle bei chronischen Entzündungen beziehungsweise Erkrankungen, spielt die Ernährung. Bestimmte Produkte beziehungsweise Inhaltsstoffe feuern Entzündungen an, während natürliche, pflanzliche Lebensmittel sie hemmen.

Entzündundungsfördernd wirken:

  • Zucker und isolierte Kohlenhydrate: Die starken Insulinausschüttungen, die bei der Verstoffwechselung von Zucker und isolierten Kohlenhydraten, wie Weißmehlprodukten, notwendig sind, aktivieren das Enzym delta-5 Desaturase, welches die Bildung der entzündungsfördernden Arachidonsäure aus Linolsäure unterstützt (2).
  • Transfette: Sie finden sich in vielen Backwaren, Süßigkeiten und Frittiertem. Studien zeigen, dass die künstlich gehärteten Fettsäuren Entzündungen fördern und die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen (3).
  • Fertigprodukte: Stark verarbeitete Industrieprodukte enthalten häufig Transfette, viel Zucker, Salz und dabei jede Menge Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker. Alles Faktoren, die Entzündungen fördern (4).
  • Weizen: Der Großteil der heute konsumierten Backwaren besteht aus Auszugsmehl, dass aus Weizen hergestellt wird. Studien belegen, einen Zusammenhang des Getreides mit Entzündungen (5).
  • Gluten: Das Klebereiweiß gilt als Allergen und Trigger für das Leaky-Gut-Syndrom und Entzündungen. Vor allem Menschen, die bereits davon betroffen sind, sollten auf glutenhaltiges Getreide, wie u.a. Weizen, Roggen und Dinkel verzichten (6).
  • Verarbeitetes und rotes Fleisch: Diese Produkte sind reich an Nitrit und Purin. Stark erhitzt oder gegrillt, entwickeln Sie AGEs (=Advanced Glycation Endproducts), die Entzündungen fördern (7).
  • Milchprodukte: Das enthaltene Kasein wirkt entzündungsfördernd (8).
  • Schweinefleisch: Enthält die entzündungsfördernde Arachidonsäure (9).
  • Raffiniertes Salz: Studien weisen darauf hin, dass der Verzicht auf Kochsalz, sich positiv auf chronische Entzündungen auswirken kann (10).

Die sogenannte „westliche Ernährung“, die viel Zucker, Transfette, Schweinefleisch und isolierte Kohlenhydrate enthält, begünstigt Entzündungen.

Entzündungshemmend wirken:

  • Antioxidantien: Es gibt verschiedene Antioxidantien, die als sekundäre Pflanzenstoffe oder Vitamine, wie Vitamin C und E, in Lebensmitteln enthalten sind. Sie fangen freie Radikale ab, schützen so die Zellgesundheit und haben zudem weitere individuelle gesundheitsfördernde Wirkungen. Diese Antioxidantien wirken alle entzündungshemmend:
    • Flavonoide aus Beeren, Kirschen, Trauben, grünem Tee und Wildkräutern verringern zusätzlich das Risiko für bestimmte Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen (11).
    • Carotinoide aus Karotten, Tomaten, Kürbis oder Aprikosen beugen zusätzlich Erkrankungen der Augen vor und stärken die Sehkraft (12).
    • Polyphenole aus Ingwer (Gingerole) und Kurkuma (Curcumin).
    • Oligomere Proanthocyanidine kurz OPC, sind in Blaubeeren, Pflaumen, Aronia-Beeren, dunkler Schokolade und Mandeln enthalten. Der Stoff ist einer der stärksten Entzündungshemmer.
  • Omega-3-Fettsäuren: Die in fettreichem Fisch wie Lachs und Makrele enthaltenen Eicosapentaen- (EPA) und Docosahexaensäuren (DHA) hemmen Entzündungen in den Zellen. Aufgrund der Überfischung, der Verbreitung von Mikroplastik und Schwermetallen empfehlen wir pflanzliche Omega-3-Quellen wie Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen oder Walnüsse.
  • Chlorophyll aus grünem Blattgemüse: Besonders Wildkräuter und dunkelgrüne Arten wie Grünkohl, Mangold, Rucola und Spinat enthalten eine Menge Chlorophyll. Der Pflanzenfarbstoff unterstützt die Leber dabei, entzündungsfördernde Schwermetalle und Umweltgifte auszuleiten.
  • Probiotische Lebensmittel: Sind die Darmbakterien außer Balance geraten, erhöht sich nicht nur das Entzündungspotenzial im Körper. Die sogenannte Dysbiose begünstigt auch die Entstehung verschiedener Erkrankungen, wie dem Leaky-Gut-Syndrom. Zu den pflanzlichen, probiotischen Lebensmitteln, die förderliche Darmbakterien enthalten und so das Gleichgewicht wiederherstellen können, zählt Fermentiertes wie Kombucha, Kimchi, Sauerkraut und auch fermentierte Säfte.
  • Magnesium: Studien konnten zeigen, dass der Mineralstoff, der rund 300 Aufgaben im Körper erfüllt, sich positiv auf entzündliche Prozesse auswirkt und u.a. Entzündungen in den Arterienwänden reduzieren und so zu einem gesünderen Blutkreislauf beitragen kann (13). Wertvolle Magnesiumquellen sind Sesam, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Mohn, Mandeln, Brennnessel und Bananen.
  • Senfölglycoside: Die in Brokkolisprossen, Meerrettich, Kresse, Rucola und Radieschen enthaltenen Stoffe sorgen nicht nur für den scharfen Geschmack des Gemüses, sondern wirken auch entzündungshemmend.

Wer viele natürliche Lebensmittel, wie Gemüse, Beeren, Nüsse, Samen und Sprossen isst, ernährt sich automatisch entzündungshemmend.

 

Die roh vegane Ernährung – ein konsequenter Weg für nachhaltige Gesundheit

Das hohe Vorkommen von chronischen Krankheiten und die vorangegangenen Betrachtungen zeigen uns auf, dass wir es uns eigentlich nicht mehr leisten können bzw. sollten, uns unbewusst zu ernähren. Brot, Milch, Fleisch- und Industrieprodukte sind größtenteils säurebildend, zusatz- und im konventionellen Bereich auch schadstoffreich und daher entzündungsfördernd.

Die roh vegane Ernährung ist das Mittel der Wahl

Frische und natürliche Lebensmittel sind

  • reich an Enzymen, Chlorophyll, Bitterstoffen, Mineralstoffen, Vitaminen, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen
  • wirken überwiegend basisch und entzündungshemmend
  • leiten einen Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes ein und wirken langfristig Entzündungen entgegen.

Darüber hinaus wirkt die gut durchdachte roh vegane Ernährung entschlackend auf unseren Organismus und ermöglicht eine Regeneration der Zellen und des Mikrobioms im Darm. So erhält der Körper Schritt für Schritt die Grundvoraussetzung für Gesundheit zurück und sein Bestreben nach Selbstheilung kann wirken.

Die Gesundung kann durch nachfolgende Elemente intensiviert werden:

 

Maja Seimer (Autorin)

Maja Seimer ist Ökotrophologin (B. Sc.), Medizinjournalistin und zertifizierte Ernährungsberaterin. Neben ihrer Beratungspraxis unterstützt sie Deine Ernährung mit ihrem Fachwissen.

 

Nachfolgend stellen wir einige Rezepte für die praktische Umsetzung vor:

Der Anti-Entzündungs-Booster

Tipp Nummer eins ist der Kurkuma-Ingwer-Shot. Kurkuma und Ingwer wirken beide stark antioxidativ und entzündungshemmend.

 

Der Wildkräutersalat

Ein Klassiker unter den Wildkräuter-Zubereitungen ist der Wildkräutersalat.

Leinsamencracker

Leinsamen sind reich an Omega-3-Fettsäuren.

Das Rote Bete Hanfsamen-Dip

Rote Bete sind reich Antioxidantien und Hanfsamen verfügen über reichlich Omega-3-Fettsäuren.

Wenn du ein tieferes Verständnis über die gesundheitliche Wirkung einer natürlichen Ernährungsweise und der Wildkräuter-Vitalkost erlangen möchtest – dann informiere dich bei uns!

Ulrike
Für die meisten hört sich „Rohkost“ nach einer gravierenden Veränderung oder extremen Lebensform an. Ich verbinde damit vielmehr einen modernen Lifestyle und lasse mich von der Kreativität der Rohkostküche inspirieren.

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