Glyphosat – neueste Studienergebnisse sind alarmierend

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel – und zugleich eines der umstrittensten. Kaum ein anderes Pestizid ist so flächendeckend in unserer Umwelt zu finden: in Böden, im Grundwasser, in der Luft und sogar in alltäglichen Lebensmitteln.

Lange Zeit wurde es von Herstellern und Behörden als unbedenklich eingestuft, doch immer mehr unabhängige Studien zeigen das Gegenteil. Neueste Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Glyphosat bereits in kleinsten Mengen krebserregend wirken und tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann. Damit rückt ein Thema ins Zentrum, das nicht nur Landwirtschaft und Politik betrifft, sondern unser aller Leben.

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Glyphosat – Einsatz und Verbreitung

Glyphosat wurde in den 1970er-Jahren von der Firma Monsanto entwickelt und als Wirkstoff im Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“ auf den Markt gebracht. Seitdem hat es einen beispiellosen Siegeszug durch die Landwirtschaft angetreten. Heute gilt Glyphosat als das weltweit am häufigsten verwendete Herbizid – jährlich werden Millionen Tonnen davon ausgebracht.

Sein Einsatz ist vielfältig:

In der Landwirtschaft:

  • Auf Feldern, um unerwünschte Pflanzen vor der Aussaat zu beseitigen.
  • Kurz vor der Ernte zur Sikkation, also zum beschleunigten Trocknen von Getreide und anderen Feldfrüchten.

Außerhalb der Landwirtschaft:

  • In privaten Gärten.
  • Auf Bahndämmen.
  • In öffentlichen Grünanlagen.

Die Kehrseite:

Durch die enorme Verbreitung gelangen Rückstände praktisch überallhin. Untersuchungen zeigen, dass Glyphosat in zahlreichen Lebensmitteln, im Trinkwasser und sogar im menschlichen Urin nachweisbar ist. Damit ist klar: Der Kontakt mit diesem Pestizid lässt sich im Alltag kaum vermeiden.

Glyphosat – nicht nur ein Thema bei Gentechnik

Viele Menschen gehen davon aus, dass Glyphosat nur in Verbindung mit gentechnisch veränderten Pflanzen eingesetzt wird, die so gezüchtet wurden, dass sie das Spritzmittel überleben. Tatsächlich ist das vor allem in Ländern wie den USA, Brasilien oder Argentinien gängige Praxis.

👉 Doch Glyphosat findet auch ganz ohne Gentechnik massenhaft Verwendung. In Europa, wo gentechnisch veränderte Pflanzen kaum zugelassen sind, setzen Landwirte es regelmäßig zur sogenannten Sikkation ein – also kurz vor der Ernte, um Pflanzen gleichmäßig absterben und schneller trocknen zu lassen. Das erleichtert zwar die Ernte, führt aber gleichzeitig dazu, dass erhebliche Mengen an Rückständen direkt in den Nahrungsmitteln verbleiben.

Besonders betroffen sind hierzulande:

  • Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste und Hafer – und damit viele Grundnahrungsmittel wie Brot, Brötchen, Nudeln oder Frühstücksflocken. (1)
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen, die häufig kurz vor der Ernte mit Glyphosat behandelt werden.
  • Raps, der zu Speiseöl verarbeitet wird und in vielen verarbeiteten Lebensmitteln vorkommt.
  • Bier, da Gerste und Weizen fast immer Rückstände enthalten. (2)

Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Glyphosat-Rückstände in einer Vielzahl von Alltagsprodukten nachweisbar sind – von Brot über Haferflocken bis hin zu Bier und Babybrei.

👉 Das bedeutet: Auch wer gentechnisch veränderte Lebensmittel strikt meidet, nimmt über ganz normale Produkte Glyphosat auf.

glyphosat-neueste Studienergebnisse

Gesundheitliche Auswirkungen

Unabhängige Studien stellen die Sicherheit von Glyphosat zunehmend infrage. Während europäische Behörden wie die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) oder die ECHA (Europäische Chemikalienagentur) die Risiken weiterhin als „beherrschbar“ einstufen, weisen aktuelle Forschungsergebnisse auf ernsthafte Gefahren für unsere Gesundheit hin.

Krebsrisiko:

Die WHO-Krebsforschungsagentur (IARC) stufte Glyphosat bereits 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Besonders brisant: Eine neue Langzeitstudie zeigt, dass selbst sehr niedrige Dosen – im Bereich der offiziell „sicheren“ Grenzwerte – Tumore in zahlreichen Organen auslösen können, darunter Lymphsystem, Leber, Schilddrüse, Nieren und Harnblase. (1) Auch andere Studien bestätigen den Zusammenhang mit Non-Hodgkin-Lymphomen (Lymphkrebs). (2)

Genotoxische Effekte:

Glyphosat kann das Erbgut schädigen, was langfristig die Krebsentstehung fördert.

Darmflora:

Durch seine antibiotische Wirkung schwächt Glyphosat nützliche Bakterien, während pathogene Keime oft überleben. Ein gestörtes Mikrobiom steht im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen, Allergien und Stoffwechselproblemen. (3)

Hormonsystem:

Glyphosat wirkt als endokriner Disruptor. Schon geringe Mengen können die Signalwege von Östrogen, Testosteron und Schilddrüsenhormonen stören – mit Folgen für Fruchtbarkeit, Kindesentwicklung und Stoffwechsel. (4)

Leber & Nieren:

Tierstudien zeigen Organvergrößerungen, Zellveränderungen und Funktionsstörungen in Leber und Nieren – und das bereits bei offiziell „sicheren“ Dosen. (5)

Besonders kritisch: Schwangerschaft & Kindheit

Studien zeigen, dass schon sehr geringe Belastungen in der frühen Schwangerschaft mit kürzerer Gestationsdauer und Entwicklungsveränderungen beim Fötus verbunden sind (6) sowie epigenetische Effekte bei neugeborenen Nachkommen. (7)

Fazit:

Selbst kleinste Mengen Glyphosat können Wirkung zeigen – eine sichere Schwelle existiert nicht. Besonders problematisch ist, dass sich Glyphosat im Körper anreichert und in Kombination mit anderen Schadstoffen („Cocktaileffekt“) noch stärker wirkt.

Glyphosat und Umwelt

Glyphosat und Umwelt

Glyphosat belastet nicht nur unsere Ernährung, sondern auch die Umwelt. Es schädigt Bodenmikroorganismen, verarmt die Böden und macht sie abhängig von chemischen Hilfsmitteln. Rückstände gelangen über Regen in Flüsse und Grundwasser und bleiben dort lange nachweisbar.

Besonders die Artenvielfalt leidet: Pflanzen verschwinden, Insekten wie Bienen und Schmetterlinge verlieren ihre Nahrung – mit Folgen für Vögel und ganze Ökosysteme. Die Folge ist ein schleichender Artenrückgang, der die gesamte ökologische Balance gefährdet. Glyphosat stört damit Kreisläufe, die für das Leben auf unserem Planeten essenziell sind.

Gesellschaftliche und politische Dimension

Der Umgang mit Glyphosat ist ein hochbrisantes wissenschaftliches, politisches und gesellschaftliches Thema. Einerseits ermöglicht es günstige Monokulturen, andererseits wächst das Bewusstsein für die gesundheitlichen und ökologischen Risiken.

In der EU wird die Zulassung regelmäßig kontrovers diskutiert:

Ärzteverbände und Umweltorganisationen fordern ein Verbot, während Agrarunternehmen auf Verlängerung setzen. Weltweit ist die Lage gespalten – Länder wie Mexiko oder Österreich steigen aus, während Deutschland und die USA Glyphosat weiterhin großflächig einsetzen.

Damit geht es nicht nur um ein Herbizid, sondern um die Frage, wie wir unsere Landwirtschaft in Zukunft gestalten: kurzfristige Erträge oder langfristige Gesundheit und Stabilität.

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Was wir selbst tun können

Die gute Nachricht: Selbst wenn die Politik zögert, können wir schon heute aktiv werden, um unsere Belastung mit Glyphosat zu reduzieren. Am wirkungsvollsten ist es, Bio-Lebensmittel zu bevorzugen. Der ökologische Landbau verbietet den Einsatz von Glyphosat und anderen chemisch-synthetischen Pestiziden. Wer regelmäßig Bio-Getreide, Hülsenfrüchte und Obst kauft, senkt damit sein Risiko erheblich.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, regional und saisonal einzukaufen. Kurze Transportwege und kleinere Strukturen verringern die Wahrscheinlichkeit, dass massiv mit Pestiziden gearbeitet wurde. Auch einfaches Waschen, Bürsten oder Einweichen von Obst und Gemüse kann Rückstände reduzieren, wenn auch nicht vollständig.

Jede Kaufentscheidung ist ein Signal: Mit jedem Euro, den wir für pestizidfreie Produkte ausgeben, stärken wir eine Landwirtschaft, die Mensch und Natur respektiert.

Wochenmarkt

 

Fazit

Glyphosat betrifft uns alle – ob wir wollen oder nicht. Es findet sich in Böden, im Wasser und in alltäglichen Lebensmitteln. Neue Forschungsergebnisse belegen, dass selbst kleinste Mengen krebserregend wirken und vielfältige gesundheitliche Probleme verursachen können.

Ermutigend ist: Wir können Einfluss nehmen. Indem wir bewusst einkaufen und uns für biologische und regionale Lebensmittel entscheiden, tragen wir aktiv dazu bei, Glyphosat zurückzudrängen.

Am Ende fordert uns diese Thematik heraus, eine klare Entscheidung zu treffen: Wollen wir Teil eines Kreislaufs sein, der krank macht – oder Teil eines Systems, das Gesundheit, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt?

 

Möchtest du dieses Wissen vertiefen und andere Menschen auf ihrem Weg zu einer besseren Gesundheit unterstützen? Dann ergreife jetzt die Gelegenheit und nimm an unserem einzigartigen, ernährungswissenschaftlich fundierten und praxisorientierten Ausbildungsprogramm teil.

Über alle Details informieren wir dich auf unserer Webseite Deine Ernährung Akademie“.

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Ulrike Eder
Ulrike ist Heilpraktikerin (psych.), Ernährungsberaterin, Hippocrates Lifestyle Medicine Coach und Phytotherapeutin. Zusammen mit ihrem Mann Jürgen leitet sie die Ernährungsberater-Fernausbildung der Deine Ernährung Akademie.

Kommentare

4 Kommentare

  1. Susanne Koob

    Hallo alle zusammen,
    seit Jahren beschäftige ich mich mit dieser Thematik.
    Jahrelang bin ich und mein Mann sowie 4 meiner Hunde mit Glyphosat belastet worden, da unser Eigenheim an einem bewirtschafteten Feld grenzte.
    Uns ging es immer wochenlang schlecht nachdem wieder gesprüht wurde.
    Im Rahmen meiner Arbeit als Tierheilpraktikerin habe ich beobachten können, wie gerade Hunde und Katzen durch dieses Herbizid erkrankten. Bei Katzen zeigten sich häufig Krebserkrankungen im Maulbereich, vermutlich da diese die Mäuse fressen welche dort angesiedelt sind. Hunde erkranken öfter an einem Tumor im Bereich Lunge, aber auch andere Krebsarten wie Pfotenkrebs sind vertreten.
    Auch ein Wildvogelsterben war zu beobachten. Besonders finkenartige Wildvögel reagieren sehr empfindlich auf Glyphosat. Ich selbst bin nach 10 Jahren in diesem Eigenheim Autoimmunerkrankt.
    Wir haben dann unser Haus verkauft und wohnen heute so, dass wir nicht dauerhaft belastet werden.
    Wir ernähren uns nur mit Bioprodukten .Auch unser Hund wird so ernährt. Nach Möglichkeit gehen wir nur im Wald mit ihm spazieren, aber nie in Feldrandlage.
    Mir ist aufgefallen, dass in Ihrem Bericht mehrmals Studien erwähnt werden, aber die Universitäten dieser nicht benannt werden. Hätte mich interessiert.
    Viele Grüße
    Susanne

    Antworten
    • Ulrike Eder

      Liebe Susanne,
      danke für das Mitteilen deiner Erfahrungen. Ja, die Belastungen sind enorm. Wir können uns etwas schützen, wenn wir aufgeklärt sind, aber auch nicht ganz und für die Umwelt und Artenvielfalt ist es von großer Tragweite.
      Die im Text erwähnten Studien sind direkt über die jeweiligen Quellen- oder PubMed-Links hinterlegt – dort kannst du auch die vollständigen Angaben zu den beteiligten Universitäten, Forschenden und Journalen finden.
      Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!
      Liebe Grüße
      Ulrike

      Antworten
  2. Meike

    Habt Dank für euren Artikel hier! Seit diesem Jahr baue ich selber Gemüse und Obst im eigenen Garten an, da sich schädliche Zusatzstoffe in Lebensmitteln (Füllstoffen?) häufen 🤷‍♀️ Zudem seit vielen Jahren Brennesseln, Giersch und Löwenzahn fast täglich mit auf dem Speiseplan. Denn was die Nahrungsmittelindustrie da mit uns macht/ versucht finde ich entseelt.
    Diiiiickes Danke für eure konstante und wunderbare Arbeit für das Ganze 💚💚💚

    Antworten

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