Samen und Nüsse einweichen

Viele Menschen klagen über Nussunverträglichkeiten. Dafür könnten Lektine und die Phytinsäure eine entscheidende Rolle spielen!

Lektine sind sogenannte Fraßschutzstoffe, welche eine Pflanze vor dem Aufgefressenwerden schützen. Der Verzehr großer Mengen wirkt toxisch. Sie haben die Eigenschaft sich an die Darmwände zu binden, beeinträchtigen die Darmflora und werden sogar mit dem Leaky-Gut-Syndrom und mit Autoimmunkrankheiten in Verbindung gebracht.

Die Phytinsäure wiederum dient den Samen als Nährstoffspeicher, um seine Versorgung sicherzustellen für den Fall, dass es zum Keimvorgang kommt. Im Verdauungstrakt wirken sie jedoch enzymhemmend und sie schwächen somit unsere Verdauung. Außerdem hat die Phytinsäure die Eigenschaft Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium, Eisen und Zink an sich zu binden. Das bedeutet, dass die Mineralien nicht mehr vom Körper aufgenommen und unverwertet ausgeschieden werden.

Bei sensiblen Menschen kann hoher Nussverzehr zu Verdauungsstörungen, Allergien und Mineralstoffmangel führen.

Wer regelmäßig Nüsse und Samen isst, tut gut daran, sie einzuweichen. Durch das Einwirken von Wasser und Wärme werden Enzyme aktiv werden und der Keimprozess wird angestoßen.

Wesentliche Vorteile:

  • Nüsse und Samen werden zum Leben erweckt und es erfolgt ein Verwandlungsprozess.
  • Säuren und Hemmstoffe werden größtenteils abgebaut.
  • Proteine (Eiweiße) verwandeln sich in leicht verdauliche Aminosäuren.
  • der Nährstoffgehalt steigt und die Nährstoffe sind besser bioverfügbar.
  • Nüsse und Samen werden basisch.

Das bedeutet, die Samen und Nüsse werden durch das Einweichen besser verträglich und unserem Körper stehen viel mehr Nährstoffe zur Verfügung!

Samen und Nüsse einweichen – wie geht’s?

Wie kann das „Samen und Nüsse einweichen“ im Alltag einigermaßen unkompliziert vonstatten gehen?

Am Anfang ist es wirklich erst einmal ungewohnt und umständlich. Aber keine Sorge, mit der Zeit schleicht sich eine gewisse Routine ein.

Für das Müsli am Morgen, weiche ich gerne die gewünschte Menge Samen oder Nüsse, beispielsweise Sonnenblumenkerne oder Mandeln, über Nacht in Wasser ein. Kleine Spitzchen zeigen, dass der Keimprozess angestoßen wurde.

MerkMerken

Für meine Vorratshaltung weiche ich regelmäßig größere Mengen Mandeln, Buchweizen und Sonnenblumenkerne gut bedeckt mit Wasser über Nacht ein. Am Morgen spüle ich sie gründlich, lasse sie in einem Sieb weitere 10 Stunden keimen und anschließend im Dörrautomat 12 bis 18 Stunden trocknen.

Für die Vorratshaltung ist es wichtig, dass sie wirklich gut durchgetrocknet sind, da sie sonst zu Schimmel neigen!

Cashewkerne, Paranüsse und Macadamianüsse müssen nicht eingeweicht werden, da sie wenig bis gar keine Enzymhemmer enthalten. Sei nicht überrascht, wenn ich die Cashewkerne für Rohkostkuchen und Cremes trotzdem einweiche – hier erreiche ich durch das Einweichen eine besonders cremige Konsistenz.

Zwischendurch knabbere ich durchaus mal Nüsse und Samen uneingeweicht – aber immer seltener. Denn seit ich diese Mandelvariationen ausprobiert habe, bin ich so richtig auf den Geschmack gekommen 🙂

 

Getrocknete Mandeln in drei Variationen  –  sie schmecken besser wie gebrannte Mandeln 🙂

 

Falls du mit dem Gedanken spielst dir einen Dörrautomat zu kaufen, dann kannst du dich in meinem Artikel   „Die rohköstliche Küchenausstattung“   informieren.

 

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Siehe auch:

#Ziehen von Sprossen            #Frühstückscrunchy (mit Video)

#Buchweizen-Beeren-Crunchy                  #Mandelmilch (mit Video)

Alles rund um das Einweichen von Buchweizen findest du HIER

Gesund mit Rohkost

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